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mit heilenden Kräutern bedeckt und ihm auch eine ſtärkende Kräuterſuppe gereicht.
Als der Abend gekommen war, ſagte Gabriele: „Geht jetzt zur Ruhe, gute Mutter, und ſchlaft ohne Sorgen, ich wache die Nacht bei Euerm Kindlein.“
Als am andern Morgen der Arzt erſchien, fand er den Zuſtand des Kindes ſo befriedigend, daß er der Mutter die Himmelsbotſchaft mittheilen konnte, wie er jetzt ihr Kind zu retten glaube. Aber bereits mit Tagesgrauen war Gabriele nach ſchlafloſer Nacht hinausgeeilt, um neue Kräuter zu holen, und wieder kehrte ſie erfroren und mit blutenden Händen zurück.
So genas das Kindlein von Woche zu Woche. Die gelähmten Glieder bekamen wieder Bewegung und das holde Geſichtchen lächelte wieder zur Mut⸗ ter, aber ganz beſonders zu ſeiner Pflegerin; dieſe aber war unermüdlich in ihrer Pflege; Tag für Tag eilte ſie in den Wald und grub mit ihrer zar⸗ ten Hand den Schnee hinweg und brach das Eis, um Kräuter für das kranke Kind zu erlangen.
Als aber die ſiebente Woche gekommen war, wurde Gabriele auffallend ernſter und trauriger. Ja, wenn ſie am Bettlein ihres Pfleglings ſaß und ihr ſchönes Ange mit unendlicher Liebe auf demſelben ruhte, ſtahl ſich zuweilen eine Thräne daraus hervor.
Beſorgt fragte die Mutter:„Gute Gabriele, was iſt Dir? Du biſt nicht mehr ſo heiter wie ſonſt, trotzdem, daß mein Kind unter Deiner Pflege ſo herrlich gedeiht.“
„Weil ich Euch bald verlaſſen muß,“ ſprach Gabriele mit einem Lächeln, durch das eine Thräne glänzte.
„Wie, Gabriele, Du wollteſt uns verlaſſen, Du, der ich das Leben meines Kindes danke?“
„Doch, doch,“ ſprach das ſchöne Mädchen.„Mit dem ſiebenten Tage der ſiebenten Woche gehe ich das


