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Wer beſchreibt den freudigen Schreck der armen Familie. Die Ehre, in der gräflichen Kutſche zu fahren, war den armen Leuten ihr Lebelang nicht zu Theil worden. Vater und Mutter proteſtirten aus Leibeskräften gegen dieſe große Auszeichnung, aber alles Widerſtreben half nichts. Emanuel beſtand auf ſeinem Kopfe; und gleich darauf hörte man des Rollen eines Wagens, der vor dem Hauſe hielt.
„Allons,“ commandirte Emanuel,„vorwärts,“ und half ſelber die Kinder, die gar nicht wußten, wie ihnen geſchah, in den geräumigen Wagen för⸗ dern. Vater Liebethal hatte ſich's um keinen Preis nehmen laſſen, und ſaß neben dem Johann auf dem Bocke, aber Mutter Martha mußte mit in den Wagen.
So rollte dieſer mit Emanuel und der armen Tiſchlerfamilie durch die Winternacht; aber er blieb nicht vor der Wohnung der armen Witwe, ſondern vor dem Hauſe des Herrn Grafen halten. Die Hauspforte that ſich auf. Zwei Diener erſchienen mit Licht und halfen Emanuel ſammt der Familie Liebethal ausſteigen. Erwartungsvoll folgte dieſe dem voranſchreitenden Emanuel, wie dieſer befohlen hatte; auch Martin mit dem Korbe, in welchem ſich die Be⸗ ſcheerung für die Witwe befand, und den man auf dem Rücktritte des Wagens hierher transportirt hatte. Man durchwanderte die freundlich erleuchtete Haus⸗ flur, dann einen Gang und erreichte am Ende deſ⸗ ſelben eine Thür. Dieſe that ſich auf und die auf's höchſte überraſchte Tiſchlerfamilie, die ſich ſcheu und neugierig überall nach der armen Witwe und ihren vier Kindern umſchaute, trat in einen einfachen, aber geſchmackvoll decorirten Salon, in deſſen Mitte auf einem großen, runden, mit zahlreichen Gegenſtänden


