Teil eines Werkes 
4. Supplement-Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : 3. Theil (1864)
Entstehung
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griffen, ging, ohne ein Wort zu erwidern, aus der Stube und kehrte mit einem halben hausbackenen Brode, einem halben Näpfchen Butter und einem halben Pfunde Reis zurück.

Wir werden morgen zum erſten Feiertage, ſprach ſie,auch ohne das halbe Pfund noch ſatt werden.

Brav, Mütterchen, brav, Mütterchen, lobte Liebethal, ſich vergnügt die Hände reibend,aber auch etwas Holz und Kohlen, damit ſich die arme Witwe eine warme Stube machen kann.

Hierauf wandte er ſich zu den Kindern:Dankt doch, Ihr Kinder, ſprach er,und dankt dem lieben Gott, wie gut Ihr es habt gegen die armen vater⸗ loſen Waiſen, die zum heiligen Abende Nichts zu zu eſſen haben und frieren und im Finſtern ſitzen müſſen.

Marie, die älteſte, welche zum heiligen Chriſt Geld zu ein Paar neuen Schuhen erhalten hatte, nahm zwei Groſchen davon.

Hier, Vater, ſprach ſie,leg' das mit zu Deinem Gelde für die arme Witwe. Ich erarbeite mir's ſchon wieder und brauche ja die Schuhe vor dem neuen Jahre nicht.

Martin brachte eine gleiche Summe. Es war der Reſt von ſeinen erſparten Trinkgeldern, der ihm von ſeinen Einkäufen für Eltern und Geſchwiſter ge⸗ blieben war.

Gleich nach den Feiertagen, ſprach er,ſchaff' ich die Commode zum Commerzialrath, da will ich ſchon wieder erſparen.

Karl und Traugott gaben ein Jeder eins von den erhaltenen drei Chriſthörnlein für die armen Kinder.