wie gut ihr es gegen andere arme Chriſtenmenſchen am heiligen Abende habt.“ Und mit bewegter Stimme begann er von:„An dem Abende, wo mit freudigem Danke Millionen den Namen unſeres Heilands ausſprechen“ bis zu den Worten:„Es iſt ein bitterer Schritt, aber was thut nicht eine Mutter für ihre hungernden Kinder.“
„O du arme, arme Mutter, o ihr armen, armen Kinder!“ tönte es aus Einem Munde und hier und da glänzte eine Thräne, in deren Glanze ſich die Lichtlein des Chriſtbaumes ſpiegelten.
„Mutter,“ fragte Liebethal ſeine Martha leiſe, „wie viel haſt Du in Caſſe?“„Ach lieber Gott,“ gab dieſe ebenfalls leiſe zurück„Du weißt ja, Friedrich—“
„Dieſer aber iſt Chriſti Stimme und Mahnung,“ fuhr Liebethal dringlich fort,„er würdigt uns der Gnade, bei uns anzuſprechen, wir dürfen ihn zumal an ſeinem eigenen Feſte nicht vergebens an⸗ klopfen laſſen.“
„Wenn wir nur ſelbſt nicht zu arm wären,“ verſetzte bekümmert die Mutter.
„Was arm,“ ſprach der Meiſter in ſchöner Wärme, „am heiligen Chriſtabend muß zu einem Scherflein Rath werden, zumal wenn, wie hier, durch die arme Witwe der Herr Chriſtus ſelber anklopft. Ich habe mir zehn Groſchen zurückgelegt für einen neuen Pfeifenkopf, der muß unter ſolchen Umſtänden warten. Hat der alte Kerl ſo lange gehalten, wird er es ferner; Mutter, ich hole das Geld; Du ſiehſt doch, daß uns heut der Herr Chriſtus ganz apart ausge⸗ ſucht hat, ſonſt, würde er doch zu den reichen Leuten gegangen ſein.“
Mutter Martha, von dieſen Worten ſeltſam er⸗


