Teil eines Werkes 
4. Supplement-Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : 3. Theil (1864)
Entstehung
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Bald hatte Emanuel auch dieſen Chriſtbaum im Rücken, und die Straße einſam dahin wandelnd ſprach er:O mein Heiland, wo ſoll ich dich finden an deinem heiligen Abende? Wenn ich dich beim reichen Bankier, bei dem gelehrten Profeſſor ſchon vermißte, ſo fand ich bei dieſem dritten Chriſtbaume ſogar deinen Gegner, den Satan, der unter deinem heiligen Namen und Gewande das frevelhafteſte Spiel treibt. Und wie mancher Chriſtbaum mag heute Abend noch brennen, von welchem das Gleiche gilt.

Emanuels Taſchen waren durch das dreifache Beſcheeren faſt ganz erleichtert worden. Es blieb ihm nur noch der Beſuch eines vierten Chriſtbaumes, wohin er jetzt ſeine Schritte lenkte.

Finde ich dich, o Herr, auch hier nicht, ſprach er in frommer Ergebung,ſo will ich ſagen, es war für mich ein recht trauriger heiliger Abend.

Nach einem nicht zu langen Gange hatte er das Ende der Stadt erreicht, wo an der Straße nur noch einige vereinzelte Häuſer ſtanden. Nach dem letzten derſelben richtete Emanuel ſeine Schritte. Als er daſſelbe erreicht hatte, blieb er ſtehen und lauſchte. Lieblicher Kindergeſang tönte ihm aus dem kleinen, nur eine Parterrewohnung umfaſſenden Hauſe entgegen. Der ſich mehrmals wiederholende Refrain des frommen Chriſtliedes lautete:

Laß leuchten deine Lichtelein

Auf deinen Chriſtbaum nicht allein, Mach', daß der liebe gold'ne Schein Auch fällt in unſer Herz herein, Wohnt in dem Herzen erſt dein Licht, Vergißt es dich auf ewig nicht.

Das kleine Haus, aus welchem dieſes Lied er⸗ klang, ward von einem armen Tiſchler, Namens