ſeinen ſelbſtſüchtigen Speculationen den heiligen Na⸗ men Gottes aus dem Spiele. Es iſt der abſcheu⸗ lichſte Mißbrauch, der immer mit dieſem Namen getrieben werden kann.“
Der fromme Musmann, als er den ſo milden Emanuel plötzlich in ſolche Aufregung gerathen ſah, erſchrak auf's heftigſte. Raſch faltete er die Hände, und das Haupt demüthigſt gebengt, ſprach er:„Eure Hochgräfliche Gnaden haben Recht, es kann auch der Teufel geweſen ſein, der mich verlockt hat. O mein hochwürdigſter Herr Graf, vor den Fallſtricken des Satans iſt Niemand ſicher. Der Böſe geht umher wie ein brüllender Löwe und ſuchet, welchen er ver⸗ ſchlinge. O Euer Hochgräfliche Gnaden glauben nicht, was der ſündige Menſch tagtäglich mit dem Satan zu kämpfen hat. Euer Hochgräfliche Gnäden glauben nicht—“
Hier ward Musmann abgerufen. Der Bote mit Emanuels Briefe trat in das Zimmer. Der fromme Mann erbrach den Brief, las ihn, ließ huſtend einige„Hm Hm!“ vernehmen und er⸗ theilte ſchließlich die Reſolution:„Sagen Sie, lieber Mann, der guten Frau, daß ich als Vorſtand der Armenverſorgungsbehörde in der nächſten Sitzung ihre Lage der Berückſichtigung eines geehrten Colle⸗ giums empfehlen werde.“
„Ei Du ſcheinheiliger Spitzbube,“ brummte Emanuel, der die Reſolution nur zu gut vernom⸗ men und ergriff ſogleich die Gelegenheit, ſich zu ver⸗ abſchieden.
Der Miniſterialſekretair war untröſtlich, daß der hochverehrteſte Herr Graf ſich ſchon entfernen wollte. Er bot ſeine ganze Beredſamkeit auf, denſelben zu längerem Verbleiben zu bewegen, aber vergeblich.


