Teil eines Werkes 
4. Supplement-Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : 3. Theil (1864)
Entstehung
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irdiſchen Güter, und wären es die glänzendſten, wie Spreu und Kehricht zerſtieben.

So war mit der Zeit Emanuel ein evangeliſcher Chriſt geworden, nachdem er lange Jahre ein edler philoſophiſcher Chriſt geweſen; und der chriſtliche Glaube, der ihm früher wie eine ſchön bemalte Pa⸗ pierblume erſchienen, ward ihm zur duftenden Centi⸗ folie. Wenn er ehedem vermöge ſeines edlen Herzens das Gute that, ſo that er es doch größten Theils aus Pflichtgefühl und die menſchliche Trägheit, Schwäche und Selbſtſucht ſpielten dabei nicht ſelten ihr gefähr⸗ liches Spiel. Ohne einen gewiſſen, unbehaglichen Zwang wollte es, wie bei einer unwillkommenen Schul⸗ arbeit, nur zu pft nicht gehen Wenn er jetzt das Gute that, that er es im gläubig beglückten Aufſchauen zu Ihm, der da iſt die Wahrheit und das Leben, der da iſt die Liebe; mit einer Freudigkeit, wie der Lie⸗ bende, der der Geliebten einen Blumenkranz windet.

Sein klarer, wiſſenſchaftlicher Geiſt ward aber durch dieſen beſeligenden Chriſtusglauben keineswegs ver⸗ dunkelt. Er blieb fremd jenen myſtiſchen, pietiſtiſchen und krankhaften Richtungen, die nur zu oft am welt⸗ erleuchtenden Baume des Evangeliums als giftige Schmarotzerpflanzen, als verdumpfende und verdum⸗ mende Nebel emporwachſen. Emanuel blieb trotz ſei⸗ nes Glaubens geſund, friſch, fröhlich. Nur milder war er geworden. Während er früher in edelm Zorn aufbrauſte gegen Selbſtſucht und Gemeinheit, Irrwahn und Dummheit, war ſein Urtheil jetzt milder und entfaltete ſich als ſchöne Blume echter Humanität.

So ward Emanuel der unbekannte Wohlthäter

von Hunderten und Segen ſtrömte von ihm aus durch

verſchwiegene Kanäle in zahlreiche Familien. Da er nur ein einfaches Bürgerhaus bewohnte und auch ſonſt