Teil eines Werkes 
4. Supplement-Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : 3. Theil (1864)
Entstehung
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derbar erweckter Forſcher. Er forſchte nach jener wunderbaren Kraft, die durch den Mund eines ar⸗ men Mönchs ein Weltreich ſtürzte; nach jener wun⸗ derbaren Kraft, die aus einem ſchwächlichen, kränk⸗ lichen, ſchüchternen Kloſterbruder den größten Mann der Weltgeſchichte machte. Und je weiter er vordrang in den Büchern erhabener Glaubenshelden, immer näher kam er dem ſtillklaren, beſeligenden Lichte, das in Finſterniß brennt und von welchem in der kleinen Dorfkirche der erſte Strahl zu ſeiner Seele gedrungen; zu jenem verborgenen Manna, wovon ihm der ein⸗ fache Dorfprediger den erſten Broſamen gereicht; er kam zu dem Glauben an Zeſus Chriſtus, nicht blos als großen Weiſen von Nazareth, ſondern als einen Gottgeſandten, wie er verzeichnet ſteht in den Evangelien. Wie Schuppen fiel es dem einſt ſo eifrigen Philoſophen von den Augen. Da hatte er ja die Wahrheit, nach welcher er vergeblich gerungen, und in einer Schönheit, wie er ſie nie geträumt; da hatte er ja jene Sonne, gegen welche alle irdiſche Weisheit zu einem trüb leuchtenden Oelflämmchen herabſinkt. Zetzt erſt erkannte er, was es mit jenen zwei Sylben, über die er oft ſeinen philoſophiſchen Scherz getrieben, auf ſich habe, jene zwei, Himmel und Erde verbindenden Sylben, die das WortGlau⸗ ben bilden. Jetzt fühlte er auch, daß der Glanbe nicht erlernt, nicht eingetrichtert, nicht anbefohlen, nicht octrohirt werden kann, weil es ein unmittelbares Geſchenk des Himmels iſt; jetzt erkannte er auch, daß der Glaube nicht ein bloßes Dafürhalten, wie früher ſeine Meinung geweſen, ſondern daß der Glaube und namentlich der Glaube an den welt⸗ erlöſenden Heiland, eine himmliſche Erleuchtung,

eine Kraft und Gnade Gottes iſt, gegen welche alle