Teil eines Werkes 
4. Supplement-Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : 3. Theil (1864)
Entstehung
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geblich. Der Graf ließ ſich nicht halten. Nachdem das Hausthor ſich hinter ihm geſchloſſen hatte, warf er noch einen Blick voller Wehmuth nach dem er⸗ leuchteten Hauſe.

O mein Heiland, ſprach er,da blitzen ſie, die Lichtlein, zu deinem Angedenken, und wie fern ſtehen dir gleichwohl diejenigen, welche ſie angezündet; und wie viel mag es noch ſolcher Chriſten geben; wie viele, die oftmals deinen Baum angezündet und zu denen du einſt, wenn du deinen himmliſchen Chriſtbaum leuchten läßt, trauernd ſagen wirſt: Bleibt ferne, denn ich kenne euch nicht.

Trauernd wandelte Emanuel mit ſeinen noch immer anſehnlich gefüllten Taſchen die Straße entlang.

Doch wer war Emanuel? Die Antwort iſt nicht ſchwer. Er war von den Vielen, die da berufen, Einer der Wenigen, die da ausgewählt. Sein ganzes Leben war eine That der Liebe. Aus edlem Geſchlecht entſproſſen, mit irdiſchen Gütern reich geſegnet, hatte er die Nichtigkeit alles Irdiſchen nur zu früh erkannt und darum ſchon früh ſein Herz ſich unbewußt nach dem geſehnt, das da un⸗ verweslich erfunden wird. Sein offener Geiſt, ſeine reiche Bildung, ſein wiſſenſchaftliches Streben, ſeine Begeiſterung für Licht und Aufklärung waren darum oft mit ſeinem lieberfüllten Herzen, das ſich nach einem Himmel, einem Frieden ſehnte, wie ihn nur der Glaube an die heilige Perfönlichkeit Chriſti zu geben vermag, in tiefen Widerſpruch gerathen. Die qualvolle Feuertaufe der Zweifelperiode hatten ihn lange Jahre die unterſchiedlichſten Foltergrade durch⸗ machen laſſen. Jahrelang hatte er all den Bahnen nachgeſtrebt, welche der menſchliche Geiſt auf dem Gebiete der Denkkraft eingeſchlagen, um die Wahr⸗