Teil eines Werkes 
4. Supplement-Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : 3. Theil (1864)
Entstehung
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Will immer gut ſein, gelobte die Kleine.

Sei das, mein Kind, ſprach Emanuel,dann wird Dir der Herr Chriſtus einen Engel ſchicken, der immer um Dich iſt, der wird bei Deinem Bettlein ſitzen, wenn Du ſchläfſt, wird Dein pflegen, Dich wie⸗ gen und behüten, daß der böſe ſchwarze Mann Dir kein Uebles zufügen kann. Wenn Du bei Tiſche ſitzeſt, wird auch hier Dein Englein bei Dir ſein, Dir dienen, wahren und wachen, daß das Mahl Dir wohl bekomme. Doch jetzt, meine Melanie, geh wieder zu Deinen ſchönen Sachen, die Dir der heilige Chriſt gebracht hat und ſpiele damit.

Emanuel drückte einen ſegnenden Kuß auf die kindliche Stirn und entließ die Kleine. In demſelben Augenblicke trat Arnſtein in's Zimmer. Er hielt einen erbrochenen Brief in der Hand und nahm wieder neben Emanuel FPlatz.

Da ſehen Sie, geehrteſter Herr Graf, begann er,wie man ſelbſt am heiligen Abende vom Bettel⸗ volke nicht verſchont bleibt. Sveben erhalte ich den Brief, worin von einer Wittwe die Rede, die an⸗ geblich krank und in großer Dürftigkeit leben ſoll. Man kennt dieſe Phraſen. Vier Kinder ſollen da ſein. Warum heirathet dieſes Volk, wenn es die Kinder nicht ernähren kann? Es iſt wahrhaft ge⸗ wiſſenlos. Da ſterben die Alten hinweg, und die allgemeine Wohlthätigkeit behält die Nachkommenſchaft auf dem Halſe. Ich habe einen Commis beauftragt, ſich nach den Feiertagen zu erkundigen, wie es mit der Frau ſteht. Iſt's wirklich ſo, ſoll er einen Thaler zurücklaſſen.

Wie lautet das Schreiben? fragte Emanuel.

Die gewöhnlichen Phraſen, ſprach der Bankier und las: