Sie werden es nicht glauben, mein hochverehrter Herr Graf,— und wir haben uns mit den Ge⸗ ſchenken fürwahr nicht übernommen— nur was der Anſtand mit ſich brachte— andere Familien in gleichen Verhältniſſen thun da weit mehr— aber ſoll ich Euer gräflichen Gnaden die Summe nennen, die mich der heutige Abend koſtet?—“
„Laſſen wir das,“ verſetzte Emanuel,„ich verlange ſie nicht zu wiſſen. Die Hauptſache am Chriſtabende iſt, daß man im Sinne desjenigen giebt, zu deſſen Angedenken wir dieſes ſchöne Feſt überhaupt begehen, und dieſer gab mit Liebe, wie denn Gott nur einen fröhlichen Geber lieb hat.“
Der Bankier, welcher dieſe Worte deutete, als ſetze Emanuel Zweifel in ſeine Freigebigkeit, erwiderte lebhaft:„O mein hochzuverehrender Herr Graf, verkennen Sie mich nicht. Gibt Jemand gern, bin ich's. Auch kommt mir's bei ſolchen Gelegenheiten auf einen Thaler mehr oder weniger nicht an. Ich wollte nur andeuten, wenn man ſo Eins in das Andere rechnet, welche Summe da herauskommt, und ſelbſt am heiligen Chriſtabend darf der Kaufmann nicht vergeſſen, daß er Kaufmann iſt.“
Emanuel erwiderte nichts, fragte aber:„Wann findet die Beſcheerung der Dienerſchaft ſtatt? Ich habe das immer recht ſchön gefunden, weil wir uns
am Chriſtabende ja ganz beſonders als Chriſten
gegenüber ſtehen.“
„Ja,“ geſtand der Bankier,„es hat Etwas für ſich die vereinte Beſcheerung, ich habe es früher auch ſo gehalten; aber mit der Zeit ſtellten ſich Unzu⸗ träglichkeiten heraus, daß ich es jetzt vorziehe, vom erſten Buchhalter bis herab zum Stubenmädchen, Jedem das Seine für ſich zuzuſtellen, ohne weitere
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