Teil eines Werkes 
Supplemente 3. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 3. Theil (1857)
Entstehung
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Raſenbank niedergeſunken war, erzählte mit wenig Worten den in ſprachloſer Erſtarrung um ihn ver⸗ ſammelten Lieben den Hergang der Sache.

Der Hausarzt eilte herbei und unterſuchte die Wunde.

Nicht wahr, es iſt keine Rettung? frug Ottokar mit leiſer Stimme.

Der Arzt vermochte vor Schmerz nicht zu ant⸗ worten. Er hatte erkannt, daß der zum Tode Getrof⸗ fene keine Stunde mehr leben konnte,

Severin, in deſſen Armen Ottokar ruhte, war vor Schreck und Wehmuth mehr todt als lebendig. In Thränen gebadet knieten Guido und Veronika zu ſeinen Füßen.

Was weint Ihr, meine Lieben? begann Otto⸗ kar, und ein Blick voll unendlicher Liebe fiel auf die vor ihm Knieenden;ich kann ja freudigen Herzens hinübergehen nach jenem Lande, das ich niemals ge⸗ fürchtet; weiß ich doch jetzt Euch geſichert und glücklich.

Er zog nicht ohne Mühe ein Papier aus der Bruſt⸗ taſche, das er Guido hinhielt.

Hier, meine Bruder, fuhr er fort,nimm Deine Begnadigung. Du kannſt hinfort frei und unbeſorgt umherwandeln, ſo weit die ſchöne Sonne des deutſchen Vaterlandes ſcheint; Niemand wird Dir Uebles in den Weg legen.

Nach einer Pauſe, indem er ſchon mit ſehr matter Hand ein zweites Papier hinhielt, ſprach er:

Hier iſt das Vermächtniß unſers Vaters; ein reizendes Gut in jenem ſchönen Thale, wo die Rebe glüht und des Rheines grüne Woge rollt: da ſtören keine blutigen Erinnerungen die glücklichen Bewohner, und ich habe es für Euch ausgeſucht.

O! mein Bruder, rief Guido mit erſtickter