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den Backen gelehnt, der Doctor Stephani. Durch eine kleine Oeffnung in den Zweigen konnte er den angrenzenden Garten genau überſehen und das Bosket, wo die Familie verſammelt war, lag ihm gerade gegen⸗ über.
„Hab ich Dich endlich, mein Täubchen,“ ſprach der Unheimliche ingrimmig für ſich murmelnd;„bin lange genug vergebens gegangen, eh' Du mir ſchußrecht ſtan⸗ deſt. Wohlan, da ich Dich nicht lebendig bekommen kann, ſoll Dich auch Niemand anders bekommen; am allerwenigſten der adelige Schlucker. Dafür wird die Pille Sorge tragen, die ich Dir jetzt in Dein eigen⸗ ſinniges Herzchen ſchicke.“
Mit dieſen Worten zielte er ſcharf auf Veronika, die in einer Entfernung von etwa vierzig Schritten in der Laube ſaß, und der Hahn ſeines Gewehrs knackte; aber in demſelben Augenblicke ſprang Ottokar in zwei gewaltigen Sätzen herbei und ſchlug dem Mörder das Todesrohr aus der Hand.
Als Stephani ſeinen Gegner erkannte und ſah, daß ſein Opfer abermals ihm entkommen ſei, bemäch⸗ tigte ſich ſeiner die raſendſte Wuth; weißer Schaum trat aus ſeinem Munde und mit gezücktem Dolche ſtürzte er auf Ottokar. Ein minutenlanger, wüthender Kampf entſtand. Der Mörder ſtieß ſeinem Gegner den Dolch in die Bruſt; ward aber zugleich mit ſo furchtbarer Kraft von Ottokar zu Boden geworfen, daß er ſich an den Wurzeln der alten Eiche den Hirn⸗ ſchädel zerſchmetterte und auf der Stelle todt blieb.
Der zum Tode verwundete Ottokar, die Hand auf ſeine Wunde haltend, erreichte ſchwankenden Schrittes den Garten, wo ſein Erſcheinen im erſten Augenblicke maßloſe Freude, gleich darauf aber Entſetzen und Ver⸗ zweiflung hervorbrachte. Der Verwundete, der auf eine


