Teil eines Werkes 
Supplemente 3. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 3. Theil (1857)
Entstehung
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zugefallen war; verkaufte dieſen Stammſitz, der ſo viel unheimliche und dunkle Erinnerungen für ihn enthielt, und erwarb ſich für die gelöſte Summe eine herrliche Beſitzung im reizenden Rheingau, unmittelbar neben dem Gute des wackern Herrn von Benno, welchen er auf ſeiner Reiſe nach Paris hatte kennen und lieben gelernt. Ein Stückchen ſtromaufwärts wohnte gleichfalls ein alter Bekannter, der Hauptmann Arthur vom Stern, welchem ſein Onkel ein höchſt freundliches und einträg⸗ liches Gütchen erkauft hatte.

Nachdem Ottokar ſeinen Ankauf in Richtigkeit ge⸗ bracht, reiſte er, das Amneſtiedeeret und die Kaufur⸗ kunde in der Taſche, nach Lindenthal.

Es war ein wunderſchöner Herbſtnachmittag, als er in der Nähe des idylliſchen Landgutes anlangte. Ein halbes Stündchen trennte ihn noch von den Guts⸗ gebäuden. Da er wußte, daß ſeine Lieben an ſchönen Tagen die Stunden nach Tiſche in dem anmuthigen Garten zu verbringen pflegten, ſo ließ er ſeinen Wa⸗ gen zurück und ging zu Fuße, um jene, die ſeine An⸗ kunft nicht ahneten, unverhofft zu überraſchen.

Mit dem ſeligſten Bewußtſein wandelte er die wohl⸗ bekannten Pfade dahin. Er kam dem Gute immer näher; nur ein kleines Birkenwäldchen, das unmittelbar an den Garten grenzte, hatte er zu paſſiren. Schon vernahm er bekannte Stimmen aus dem Bosket, dem Lieblingsaufenthalt der Familie; alle ſeine Lieben ſchie⸗ nen verſammelt; er hörte wiederholt Severin's Bonmot: das ſagte ſchon Paulus oder könnte es doch geſagt ha⸗ ben. Immer leiſer ſchlich Ottokar vorwärts, als er plötzlich wie angebannt ſtehen blieb und das Blut in ſeinen Adern erſtarrte.

Kaum zehn Schritte vor ihm, ſtand, mit dem Rücken gegen Ottokar gewendet, eine Doppelbüchſe an