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idylliſche Einſamkeit wirkte namentlich auf die Jüng⸗ linge, welche ſich aus den Stürmen der Revolution und eines mörderiſchen Kriegs in dieſen Hafen des Frie⸗ dens gerettet hatten, außerordentlich wohlthuend.
Nur zwei Dinge waren es, die noch einigen Schat⸗ ten auf das ſtille Glück der kleinen Colonie warfen; daß ſich nämlich von Zeit zu Zeit die unheimliche Ge⸗ ſtalt des Doctor Stephani, die wie ein ſchwarzer Ge⸗ nius das ſtille Friedensreich umſchlich, blicken ließ, ohne daß man derſelben je habhaft werden konnte. Dieſer Menſch ſchien mit einem böſen Geiſte in Ver⸗ bindung zu ſtehen, ſo räthſelhaft war ſein Erſcheinen und Verſchwinden. Namentlich waren es die Damen, die von großer Furcht befallen wurden, wenn ſie des unheimlichen Weſens, das, wie ſie wußten, Böſes ge⸗ gen ſie im Schilde führte, gedachten.
Der andere Grund, welcher nicht ungegründete Be⸗ ſorgniſſe einflößte, betraf die Perſon Guido's. Er ge⸗ hörte nämlich zu jener Anzahl politiſch Compromit⸗ tirter, die auf der Proſeriptionsliſte der verſchiedenen deutſchen Regierungen ſtanden und war, ſo lange er ſich auf deutſchem Grund und Boden befand, ſtets der Gefahr ausgeſetzt, den Polizei⸗ und Criminalbehörden in die Hände zu fallen, wo dann leicht harte Strafe ſeiner warten konnte.
Da war es denn abermals Ottokar, welcher be⸗ ſchloß, dieſen letzten Stachel aus der Bruſt ſeiner Lie⸗ ven zu ziehen, und er nahm eines Tages Abſchied von Lindenthal und bereiſte mehrere deutſche Fürſtenhöfe und ließ nicht ab, bis er das Amneſtiedecret für ſeinen Bruder in den Händen hielt. Hierauf verfügte er ſich nach Hohenſtein, welche Herrſchaft ihm nach dem Tode ſeines Vaters, der bereits vor einem Jahre geſtorben, da Guido enterbt worden, als alleinigen Eigenthümer


