Teil eines Werkes 
Supplemente 3. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 3. Theil (1857)
Entstehung
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Harmonien angehörten. Wir wollen uns daher die Gegenwart nicht durch Ideale verbittern und durch den immerwährenden Gedanken, wie ſchön es auf Erden ſein könnte, wenn das und das ſo wäre, ſondern bei dem Satze ſtehen bleiben, daß es noch beſſer werden kann; und hier beizutragen, ſei unſer eifrigſtes Be⸗ mühen. f

Während dieſes Geſprächs waren die beiden Brüder bei dem Grabhügel angelangt, unter welchem der treue Andreas ruhte, und der von Veronika's und Rafaelens Hand reich mit Blumen geſchmückt war. Sie ſtanden lange im ernſten Nachſinnen verſunken an dem duften⸗ den Hügel. Endlich brach Guido das Schweigen und ſprach mit tiefer Bewegung:

Wo hab' ich auf Erden die viele Liebe verdient, mit welcher mir die Menſchen entgegen gekommen ſind? Du, mein Bruder, ſtandeſt als ſchützender Engel mir zur Seite, und gleichwohl wäre ich dem Tode anheim gefallen, hätte einen Himmel auf Erden nie kennen gelernt, wäre dieſer Getreue nicht geweſen, der hier unter den Blumen ſchläft. Nachdem ich ihm bereits in Polen wiederholt das Leben verdankte, warf er mir, der ich in jener Sturmnacht dem Unterſinken nahe war, das einzige Stück Planke zu, womit er ſich hätte retten können. So erreichte ich lebend das Ufer, wäh⸗ rend er den Tod in den Wellen fand.

Und haſt Du ſolche Liebe nicht auch verdient, entgegnete Ottokar;ſchlägt Dein Herz nicht glühend für das Wohl der ganzen Welt?

Severin kam jetzt mit den beiden Schweſtern, Ve⸗ ronika und Rafaele den Pfad daher und die Geſell⸗ ſchaft wanderte nach einem unfern gelegenen Belvedere, von wo aus man das Meer weit überſehen konnte. Nichts fehlte dem Glücke der jungen Leute. Die