Teil eines Werkes 
Supplemente 3. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 3. Theil (1857)
Entstehung
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Zwölſtes Rapitel.

E⸗ war gelungen. Guido hatte in der Liebe Vero⸗ nika's den Frieden gefunden. Als er ſein Vaterland verfluchend das Schiff beſtiegen, da empörte ſich ſelbſt das Weltmeer über den Verblendeten. Es mochte nicht die Brücke werden, auf welcher haßerfüllt er nach einer neuen Welt hinüber zu gehen im Begriffe ſtand; ſondern warf ihn zürnend auf den Strand des alten Vaterlandes. Und der Himmel ſiegte; ſegnend ruhte ſeine Hand über dem Schiffbrüchigen. Das Land, das er verflucht, kam ihm mit Liebe, mit reicher, unend⸗ licher Liebe entgegen, und ſie trug den Sieg davon.

Das Bild Veronika's ruhte wie ein ſtiller Segen in dem Herzen des glücklichen Jünglings, und wie oft er jenſeits des Rheins und der Oder leidenſchaftlich geliebt zu haben glaubte, ſo mußte er ſich ſtill bekennen, den wahren Himmel der Liebe in dieſem deutſchen Mädchen gefunden zu haben; in einem Herzen, das, trotz aller Vernachläſſigung, Jahrelang mit inniger Treue an ihm gehangen hatte.

Mit jenem ſeligen Gefühle, wie es nur das edelſte Bewußtſein in der Bruſt zu erwecken vermag, ſchaute Ottokar das Glück der Liebenden. Es war ja ſein Werk. Zugleich erkannte der Edle mit wahrer Freude, wie des Bruders politiſche Exaltation allmählig jener ruhigern und klaren Einſicht wich, welche die Beför⸗ derung des Menſchenwohls nicht bloß auf dem ſturm⸗ vollen Wege der Revolution findet.

Ottokar nahm oft Gelegenheit, ſich über dieſen Gegenſtand auszuſprechen: