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der feuchten Meerluft hinweg nach Lindenthal gebracht wurde. Ottokar half ſelbſt den geliebten Bruder, deſſen Herz immer lebhafter zu klopfen begann, auf das Gut ſchaffen.
Die am Strande Zurückgebliebenen entdeckten bei weiterm Nachſuchen noch mehre Leichname, bei welchen jedoch alle angewandten Mittel, ſie in's Leben zurück zu rufen, vergebens blieben. Man erkannte jetzt, daß es die abgeriſſene Schiffsplanke geweſen war, welche Guido am Leben erhalten hatte.
Nicht weit von Ottokar's Bruder lag der Leichnam eines ziemlich bejahrten Kriegers, deſſen Stand, wenn auch nicht aus ſeiner Kleidung, doch aus dem mächtigen Schnurr- und Knehelbart erkannt wurde.
Die Erſtarrung und Bewußtloſigkeit Guido's war endlich in einen ſanften Schlummer übergegangen, und als er nach einigen Stunden wieder die Augen auf⸗ ſchlug, fiel ſein Blick in das Madonnenantlitz Veronika's, welche über ihn gebeugt mit ſeliger Freude die Schläge ſeines Herzens zählte.
Der Jüngling glaubte wirklich in den erſten Augen⸗ blicken, er ſei geſtorben und erwache in einer ſchö⸗ nern Welt.
„Wer biſt Du, himmliſch Engelbild?“ frug er leiſe.
Das Antlitz des ſchönen Mädchens leuchtete in ſtiller Verklärung.
„Du biſt ja nicht geſtorben, Guido,“ lispelte ſie, und neigte in ſprachloſer Rührung ihr blumenhaftes Haupt auf die Bruſt des zu einem ſchönern Daſein erwachten Jünglings.


