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Mit ſchmerzerfüllter Bruſt eilte Ottokar die ganze Küſte entlang. Da traf er einen Haufen Leute, welche einen vom Meere ausgeworfenen Leichnam umſtanden⸗ Der Bekleidung nach war es ein Matroſe. In einiger Entfernung davon lag ein weiblicher Leichnam. Als Ottokar auch dieſen beſichtigte, bemächtigte ſich ſeiner die höchſte Verzweiflung. Die Leiche war Niemand anders, als Adele von Montfort. Wie entſtellt auch das ſonſt ſo reizende Geſicht war, hatte es Ottokar doch ſogleich wieder erkannt.
Der Unglückliche, dem jetzt nur zu gewiß war, daß auch ſein Bruder in den Wellen umgekommen war, irrte halb bewußtlos in den mehre Zoll hoch aufge⸗ ſchichteten Seemuſcheln.
Die Blicke der um den erſtern Leichnam Verſam⸗ melten folgten verwundert dem jungen Mann, deſſen Händeringen man ſich nicht zu erklären vermochte. Plötzlich ſah man ihn wie todt niederſtürzen. Man eilte hinzu, da lag Ottokar auf dem Leichnam eines jungen ſchönen Mannes, der auf einem ziemlich langen Brete ruhte, welches die erſtarrten Hände noch krampf⸗ haft umklammert hielten.
Mit einem Male ſprang Ottokar wie wahnſinnig in die Höhe, und unter dem fortwährendem Geſchrei: „Zu Hülfe, zu Hülfe! Er lebt, das Herz ſchlägt!“ lief bald Jedermann herbei, der am Strande zu er⸗ blicken war.
Der Hausarzt, der ſich darunter befand, ſprang herbei und ſtellte ſogleich Belebungsverſuche an, wäh⸗ rend Ottokar in wahnſinniger Freude Jedermann an ſein Herz drückte.
„Es iſt mein Bruder, mein guter Bruder,“ ſchrie er einmal über das andere den Leuten in's Ohr, wäh⸗ rend der Arzt Sorge trug, daß Guido ſogleich aus


