Teil eines Werkes 
Supplemente 3. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 3. Theil (1857)
Entstehung
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Ottokar ſchob das geängſtete Mädchen ſanft zur Seite und erreichte den Vorſaal, wo ſich die ſämmtliche Dienerſchaft des Gutes verſammelt hatte. Auch Seve⸗ rin wollte folgen. Rafaele klammerte ſich aber mit ſolcher Macht an ſeinen Arm, daß er ſich nicht wieder los machen konnte. Auch Frau von Blumenbach drang mit thränenden Augen ſo inſtändig in ihren Gemahl, daß dieſer ſich endlich bewegen ließ, zu bleiben.

Unterdeß hatte Ottokar die männliche Dienerſchaft angefeuert, ihm zu folgen. Es wurden Fackeln und Laternen herbei geſchafft und man ſtürzte in die ſchwarze Nacht hinaus. Aber kaum war man einige Schritte gegangen, als Sturm und Regen alle Fackeln ver⸗ löſcht und die Laternen zerbrochen hatte. Man eilte zurück, ſie von neuem anzuzünden; aber alle Bemühun⸗ gen, mit den Leuchten den Strand zu erreichen, waren vergebens. Nach wiederholt mißlungenen Verſuchen mußte man von dem Unternehmen abſtehen. Völlig durchnäßt, mit vom Sturm zerzauſten Locken, kehrte Ottokar nach Lindenthal zurück.

Bis nach Mitternacht tobte das Gewitter in un⸗ unterbrochner Heftigkeit. Von dem Schiffe ward Nichts mehr geſehen; auch kein Kanonenſchuß wieder vernom⸗ men. In ganz Lindenthal that dieſe Schreckensnacht kein Menſch ein Auge zu. Das Branden des Meeres vernahm man bis zum Morgen.

Kaum aber brach der erſte Streif des jungen Ta⸗ ges durch die zerriſſenen Wolken, als Jedermann hinaus eilte nach dem Strande.

Der ganze Strand war weit in's Land herein mit weißem Schaume bedeckt, und Schiffstrümmer lagen hier und da zerſtreut. Noch immer konnte ſich das durch den nächtlichen Orkan bis auf ſeinen Grund aufge⸗ riſſene Meer nicht beruhigen und trieb hohe Wellen.