Teil eines Werkes 
Supplemente 3. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 3. Theil (1857)
Entstehung
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Finſterniß. Die italieniſchen Pappeln, welche unfern im Garten ſtanden, wurden von dem Orkan bis zur Erde gebogen. Zuweilen leuchtete ein Blitz weit über das Meer hinaus, daß man die grauen Waſſerberge deutlich wahrnehmen konnte.

Plötzlich ſprang Ottokar einen Schritt vom Fenſter zurück.

Ewiger Gott, ſchrie er,ein Schiff, ein Schiff, dem Untergange nahe!

Sein ſcharfes Auge hatte bei dem Flammen des Blitzes das zerriſſene, flatternde Segel deutlich erkannt.

Ein dumpfer Kanonenſchuß, der vom Meere hertönte, beſtätigte die Wahrheit dieſer Worte. Allen rieſelte es eiſig durch Mark und Bein. Veronika und Rafaele waren auf die Kniee geſunken und ihre Lippen SWg⸗ ten ſich convulſiviſch im Gebet.

Gott ſei den Unglücklichen gnädig! rief Herr von Blumenbach;ſie find verloren. Bei dieſem Wetter getrauen ſich unſere kühnſten Fiſcher nicht aus ihren Hütten.

Beſter Onkel, ſprach Ottokar im flehenden Tone, wäre denn keine Möglichkeit, daß wir mit einigen Leuten und Fackeln nach dem Strande eilten; vielleicht, daß ſich die Schiffsmannſchaft in Böte geflüchtet hat, zu deren Rettung wir dann weſentlich beitragen könnten.

Gern, mein Ottokar, erwiderte Blumenbach,aber ich fürchte, daß wir mit den Fackeln bei dieſem fürch⸗ terlichen Sturme nicht vordringen. Auch iſt bei der angeſchwollenen Fluth die höchſte Vorſicht vonnöthen.

Wohlan, wir wagen es, rief Ottokar,es gilt ja Menſchenleben.

Auch Severin erklärte ſich bereit zum nächtlichen Gange. Aber kaum hatte Rafaele vernommen, wovon die Rede war, als ſie ſich entſchloſſen vor die Thüre ſtellte und Niemand paſſiren laſſen wollte.