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in den befreundeten Familienkreis, wo Alle um das helle Kaminfeuer ſaßen, getreten, als der Regen begann hernieder zu rauſchen, der Sturm ſich erhob und ein furchtbares Nachtgewitter über das Meer heraufzog.
Rafaele kam auf Severin zu und ihm ihr weißes Händchen, das er begeiſtert an ſeine Lippen preßte, hin⸗ reichend, machte ſie ihm bittere Vorwürfe, die ganze Familie durch ſein und Ottokar's langes Außenbleiben ſo in Angſt geſetzt zu haben.
Veronika ſtand am Fenſter und ſchaute in die wilde Nacht hinaus. Dann zurücktretend und die Hände faltend, ſprach ſie:„Großer Gott, die armen Menſchen, die jetzt auf dem Meere find.“ Glorienhaft fielen die ſchwarzen Lockenringe zu beiden Seiten des Himmels⸗ antlitzes hernieder. Das Mädchen glich einem über⸗ irdiſchen, wunderthätigen Madonnenbilde der Vorzeit. Sie betete für Guido, der, wie ſie erfahren, ſich jetzt ebenfalls auf dem Meere befinde.
In der freundlichen blauen Nebenſtube ſtand die Abendmahlzeit bereit. Lieblich dampften die erſten Kar⸗ toffeln, eine Seltenheit in der frühen Jahreszeit, in der großen Schüſſel. Aber Niemand dachte an's Eſſen; denn immer grauſenerregender ward das Toben der Natur.
Bis nach Lindenthal vernahm man den Donner des empörten Meeres, deſſen häuſerhohe Wellen ſich bran⸗ dend an den Felſenufern brachen. Der Sturm heulte in ſchauerlichen Tönen und flammende Blitze durch⸗ kreuzten nach allen Himmelsgegenden die wildſchwarze Nacht.
Zitternd und zagend ſtand die ganze Familie an den Fenſtern der einen Eckſtube, welche nach dem Meere hinausging. Augenblicke lang lag die ganze Gegend in ſilberweißer Verklärung, dann wieder die ſchwärzeſte


