24
ſtimmung einſtweilen andere Geſetzgebern erforderliche Tugenden erſetzen. Sendet Repräſentanten aus Euren Provinzen; wir wollen über Euch ohne Euch nichts feſtſetzen. Wählet ſie nach den gegenwärtig gebräuch⸗ lichen Formen; wählet hierzu Männer, welche des großen Berufes würdig, uns Unterſtützung im Rathe und nicht den Samen der Zwietracht bringen; Männer, welche die Ausſicht auf perſönliches Anſehn und Ruhm dem geringſten Vortheile des Landes aufopfern. In dem Schloſſe unſerer Könige, in dem Heiligthume der Berathungen werden Eure Repräſentanten die leeren Sitze einnehmen, wo einſt die Tugend mit Eifer und Muth zur Verbeſſerung der Regierung und zur Bekräf⸗ tigung der Landesmacht Beſchlüſſe faßte; hier werden wir in gemeinſchaftlicher Verſammlung von den Grund⸗ ſätzen unſerer Vorfahren nicht abweichen, conſtitutionelle Regierung iſt nicht neu in unſerer Geſchichte; die denk⸗ würdige Verfaſſung vom dritten Mai hatte ſie ange⸗ nommen; unſer jetziger Reichstag hat ſich ausdrücklich für dieſelbe erklärt. In dieſen Grundſätzen beharrend, werden wir Europas Erwartungen und unſern eigenen Hoffnungen auf die Wiedergeburt Polens entſprechen.“
„Doch mitten in den Ausbrüchen der Freude bei den glänzendſten Hoffnungen iſt es unmöglich, die Ge⸗ fahren, die uns erwarten, zu vergeſſen oder zu ver⸗ ſchweigen. Noch befindet ſich ein großes Heer des Feindes mitten unter uns; kaum einige Meilen von der Hauptſtadt zurückgedrängt, droht es uns jeden Augen⸗ blick mit einem hartnäckigen Kampfe, und unter Euch thürmt ſich ein ſchwarzes, von Blitzen der Rache ſchwan⸗ geres Gewölk.“
„Wir aber werden unerſchrocken kämpfen und hoffen. Gott hat bereits Wunder an uns gethan; Gott wird richten! Im Namen dieſes Gottes haben wir bereits
5


