Teil eines Werkes 
Supplemente 3. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 3. Theil (1857)
Entstehung
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polniſche Regierung keinen Unterſchied der Religionen kennt, daß für ſie ſowohl die Würden der Landboten, als auch die biſchöflichen Sitze im Senate offen ſtehen.

Der Krieg um die Unabhängigkeit hat zahlreiche Schaaren unter ſeine Fahnen verſammelt; aber Krieg erfordert Mittel, erfordert Aufopferung des ganzen Ver⸗ mögens. Wir gaben ohne Bedenken und ohne Berech⸗ nung das Unſrige hin. Die Hälfte unſerer Beſitzungen ſequeſtrirt, vergeudet und zerſtört der Feind, die andere bringen wir mit freudigem Herzen, ohne eigenſüchtige Intereſſen für die Zukunft, dem Vaterlande dar. Nicht jetzt iſt es an der Zeit, ſich zu ſchonen. Einem ſtür⸗ miſchen Heere haben wir uns Preis gegeben; handelte es ſich nur um unſer Leben, wir würden den Verluſt von Gütern nicht bedauern. Aber dem Polen liegt die Pflicht ob, das Vaterland, die Ehre der Nachkommen zu retten und deren Loos zu gründen. Geben wir Alles hin, was morgen erſetzt werden, aber erhalten wir das, was durch unſere Fahrläſſigkeit auf ewig ver⸗ loren gehen kann.

Der Krieg, den wir mit allen Kräften und ganzem Herzen unterſtützen, den auch Ihr unterſtützt, kann zwar den Feind vertreiben, doch der Krieg allein kann uns nicht zur unabhängigen Nation machen. In dem Heiligthume der Berathungen erhebt ſich die Arche des Nationalweſens. Auf der Bahn der Politik ſind wir noch Neulinge. Während andere Völker vorſchritten und ihre Lebenskräfte ſtärkten, lernten wir ſchweigen, und, unter der Geißel der Uebermacht, gehorchen; allein eben ſo wie unſere jungen Heere ohne Waffen und Uebung, von Muth und Vaterlandsliebe getragen, Siege erringen, eben ſo werden Vaterlandsliebe, Anſtrengung, guter Wille, das bereits begonnene ſchöne Werk der Väter, Einigkeit und vorzüglich bürgerliche Ueberein⸗