„Reitet zum Kuckuck,“ ſprach er,„ich komme Zeit genug nach; ſo bald wir den Ottokar aufgefunden, nehme ich überdieß meinen Abſchied; ich habe nicht die geringſte Luſt, mich mit den grünröckigen Ruſſen herum⸗ zuhauen, die ziemlich ſchonungslos zu Werke gehen ſollen. Jetzt aber, lieber Graf, laſſen Sie ſich erzählen, ſo viel ich ſelbſt über die eurioſen Angelegenheiten ge⸗ hört habe.“.
Da unterdeß die Stunde der Ablöſung für Guido geſchlagen hatte, konnte ihm nichts gelegener kommen als Severin's Vorſchlag. Er lud daher den Krakuſen auf eine Flaſche Wein und ein ſchmackhaftes Frühſtück in einer unfern gelegenen Reſtauration ein, welches An⸗ erbieten auch von Severin beſtens acceptirt wurde.
„Ich weiß nicht, ob es Ihnen bekannt geworden,“ begann Severin, als der edle Rheinwein in den grünen Römern perlte,„daß unmittelbar vor dem Schloßbrande der Doctor Stephani mit Fräulein Veronika verſchwun⸗ den war. Ottokar, der dem Doctor nie Gutes zuge⸗ traut hatte, ſchöpfte den ſchwärzeſten Verdacht. Ra⸗ faelens Ausſage über die gewaltſame Entführung der Schweſter ließ keinen Zweifel übrig, daß der Doctor Böſes mit Veronika im Sinne habe. Sogleich wurden Boten nach allen Richtungen dem Flüchtlinge nachge⸗ ſchickt; unter erſtern befand ſich auch der brave Georg.“
„Wie, Georg?“ frug Guido voller Intereſſe,„mein treuer Georg; ich habe den wackern Burſchen nicht wieder geſehen.“
„Und werden ihn auch hienieden nicht wieder ſehn,“ fuhr Severin fort;„er rettete mit Aufopferung ſeines Lebens Veronika aus den Händen ihres Räubers. Dem unſichtigen und unternehmenden jungen Landmanne war es gelungen, dem Doctor Stephani auf die Spur zu kommen. Er holte den Verbrecher nach ungefähr zwei Ta⸗


