Teil eines Werkes 
Supplemente 2. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 2. Theil (1857)
Entstehung
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ſtürzten in die Tiefe, und die ganze ungeheuere Maſſe von Gebälk und Mauerwerk, welche ſich herabwälzte, begrub unter dumpfem Donner, welcher in den Ber⸗ gen wiederhallte, die Ahnfrau des Hauſes in einem Feuermeere.

Ein unwillkürlicher Schrei des Entſetzens entfuhr bei dieſem erſchütternden Anblicke der Bruſt der im Schloßgarten verſammelten Zuſchauer. Viele der Land⸗ leute falteten die Hände und beteten trotz ihres Haſſes gegen die Gräfin Roßwitha ein Vaterunſer für das Heil ihrer Seele.

Bald war das vor wenig Stunden noch ſo ma⸗ jeſtätiſche zu den Wolken ſtrebende Schloß ein ungeheu⸗ rer Schutthaufen, aus welchem ſchwarze Dampfſäulen zum nächtlichen Himmel emporſtiegen. Ein großer Theil der Landleute, deren Rache jetzt geſtillt, und deren Rauſch ob der furchtbaren Scene, die ſie erlebt hat⸗ ten, völlig verflogen war, kehrte ſtilk nach ſeinen Woh⸗ nungen zurück; nicht ohne große Beſorgniß, welches die Folgen all der verbrecheriſchen Thaten ſein würden, an welchen ſie heute Abend in der Trunkenheit Theil ge⸗ nommen hatten. Vorher noch begrub man den alten Hufſchmied Nicodemus, deſſen Armen man das Gerippe Margarethens nicht zu entreißen vermochte, auf Befehl Guido's neben der Linde, unter welcher er ſeit fünfund⸗ zwanzig Jahren alle Abende geſeſſen hatte. Sein höchſter Erdenwunſch war in Erfüllung gegangen; der ſeit langen Jahren von ihm prophezeihte Tag der Rache und der Flammen war gekommen; er hatte ſeine Mar⸗ garetha wieder gefunden und ruhte nun mit ihr vereint im Grabe unter der Linde.

Die verſchworenen Akademiker, von den vielfachen Aufregungen während des Tages und der Nacht er⸗