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Plötzlich bot ſich den im Garten Verſammelten ein Anblick dar, der Alle mit Entſetzen lähmte und den Guido faſt dem Wahnſinn nahe brachte. Mit dumpfem Krachen brachen nämlich mehrere Wände zuſammen, ſo daß man bis in das Zimmer der Gräfin Roßwitha
ſehen konnte, welches wunderbarer Weiſe noch immer
vom Feuer verſchont geblieben war.
Da ſaß die alte achtzigjährige Greiſin in ihrer al⸗
terthümlichen verſchollenen Tracht, noch immer kerzen⸗ gerad wie ein Steinbild in ihrem Lehnſtuhl; die Hände wie gewöhnlich im Schooß über einander gelegt. Sie ſchien bereits geſtorben, denn weder die Hitze noch die praſſelnden Flammen brachten einen Eindruck auf die unheimliche Geſtalt hervor.
Mit einer Charakterfeſtigkeit, mit einer Beharrlich⸗ keit, die an Irrfinn grenzte, war dieſe Repräſentantin einer untergegangenen Zeit, ſelbſt bei der offenbarſten Todesgefahr nicht zu bewegen geweſen, das Schloß ihrer Väter zu verlaſſen. Sie hatte ihr gegebenes Verſprechen im ſtrengſten Sinne des Wortes erfüllt, und ſtand im Begriff, es mit dem Tode zu beſiegeln.
Immer näher drangen die wüthenden Flammen; die Räume unter dem Zimmer der Gräfin glichen einem Feuermeere; ſchon brachen ganze Abtheilungen des Daches zuſammen, und noch immer ſaß das alter⸗ thümliche Steinbild in kerzengerader Stellung in ſei⸗ nem Lehnſeſſel. Man ſah deutlich, wie die Balken über dem Haupte der Gräfin zu glühen begannen; aus den Mobilien und den Wänden ihres Zimmers kniſter⸗ ten Funken; eine Secunde lang ſtand die Geſtalt Roßwithens in ſilberweißer Verklärung; da entſtand plötzlich ein furchtbares Krachen; der ganze Giebel des Schloſſes brach zuſammen, Schornſteine und Mauern
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