Teil eines Werkes 
Supplemente 2. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 2. Theil (1857)
Entstehung
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Mädchens, welches ihren Retter nicht erkannte; um⸗

faßte die ſüße Bürde, trug ſie zweimal durch Flammen,

welche den Ausgang verſperrten, eilte pfeilgeſchwind die bereits glimmende Treppe hinab und erreichte glücklich

unter lautem Jubel der Landleute und Akademiker das

Freie.

Guido legte das gerettete Mädchen auf eine der Raſenbänke im Schloßgarten, wo eine neue Ohnmacht ihre Sinne umwölkte.

Da tönte plötzlich neues Wehgeſchrei vom linken Schloßflügel, und eine Frauensgeſtalt eilte dem Schloß⸗ garten zu Sie fiel vor der erſten Gruppe der daſelbſt verſammelten Landleute auf die Kniee und hob die Arme beſchwörend empor.

Teufel, Mordbrenner, oder wer Ihr ſeid, ſchrie ſie in ergreifendem Tone,rettet die gnädige Gräfin, die ihr Zimmer nicht verlaſſen will.

Die Roßwitha? frugen mehrere Stimmen in ziemlich gleichgültigem Tone.

All' mein Flehen war vergebens, fuhr die Knieende, welche die Kammerfrau der alten Gräfin war, händeringend fort.Meine Gebieterin iſt nicht zu bewegen, ihr Zimmer zu verlaſſen. Noch ſitzt ſie unbe⸗ weglich in ihrem Lehnſtuhl und verflucht ihren Enkel, den Grafen Guido. O eilt, rettet, reißt ſie mit Ge⸗ walt von ihrem Sitze, noch hat die Flamme der Gräfin Zimmer nicht erreicht.

Da wollt ich mir doch lieber den Arm abhauen, ſprach einer von den Bauern,eh' ich ihn zur Rettung dieſer Frau aufhebe, welche der Hölle angehört. Mag die alte Hexe ſchon auf Erden die Flammenpein erdul⸗ den, die ihrer jenſeits wartet.

Ungeheuer, rief verzweiflungsvoll die Kammerfrau,