Teil eines Werkes 
Supplemente 2. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 2. Theil (1857)
Entstehung
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einzufangen, und die Herzhaftern machten ſich ans Werk. Sie verſuchten wiederholt, ihn in ſeinem Laufe der einem Veitstanz ähnlich war, aufzuhalten; aber immer machte der Umherräſende ihre Bemühungen zu nichte. Die übrigen Landleute bekamen ebenfalls Muth, auf den Nicodemus Jagd zu machen, als dieſer plötzlich, nachdem er nochmals den Garten mit furchtbarer Geſchwindigkeit durchkreiſt hatte, todt zu Boden ſtürzte. Man löſchte die brennende Kleidung und ſuchte den am Boden Liegenden ins Leben zu⸗ rückzurufen. Aber alle Rettungsverſuche waren vergebens; der alte Hufſchmied war für dieſes Leben nicht mehr zu ermuntern. Doch noch im Tode hielt er das Ge⸗ rippe ſeines Kindes feſt an's Herz gepreßt.

Während man nicht ohne Schauer die Leiche um⸗ ſtand, tönte plötzlicher Hilferuf vom rechten Schloßflügel, der von den Flammen am meiſten verſchont geblieben; und an einem der Fenſter, die nach dem Garten heraus⸗ gingen, erſchien Rafaele. Das unglückliche Mädchen war jetzt erſt aus ihrer Ohnmacht erwacht, hatte wegen der Flammen keinen Ausgang gefunden, und rief nun aus den Fenſtern um Hülfe.

Um aller Heiligen willen, ſchrie Georg,das iſt ja die junge Comteſſe Rafaele; auf, auf, ihr Leute, daß wir den Engel retten!

Auch Guido erſchrak auf das Heftigſte, als er die Gefahr erblickte, in welcher ſich ſeine Couſine befand. Er ſelbſt ſtürzte in das ſchon halb in Flammen ſtehende Gebäude, eilte mitten durch Rauch und Funken die Treppen empor und erreichte, wie wohl mit verſenktem Haar und Kleidern, das Zimmer, wo Rafaele hände⸗ ringend am Fenſter ſtand. Er ergriff eine Decke von Wachsleinwand, die auf einem der Tiſche lag, warf ſie wie einen ſchützenden Schleier über den Kopf des