Teil eines Werkes 
Supplemente 2. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 2. Theil (1857)
Entstehung
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Fenſtern die rothen Flammen hervorzulecken. Bereits waren mehrere der betrunkenen Bauern, die ſich in den endloſen Gemächern und Gängen verirrt hatten, erſtickt und verbrannt. Hier und da tönte Hülferuf; aber er ward übertäubt von dem Praſſeln der Flam⸗ men und dem Jubelgeſchrei der Dorfbewohnerſchaft, die ſich allmälig, von der Hitze aus dem Schloſſe vertrie⸗ ben, in dem angrenzenden Schloßgarten verſammelt hatte, von wo ſie frohlockend dem furchtbar ſchönen Schauſpiele des brennenden Schloſſes zuſchaute.

Plötzlich rief eine Stimme aus dem Haufen: Wo ſteckt der Nicodemus?

Niemand wollte den Hufſchmied, ſeit er in der einen Thür verſchwunden war, wieder geſehen haben.

Wenn der Unglückliche, hieß es,ſich noch im Schloſſe befindet, iſt er verloren.

Man ſuchte aller Orten nach ihm; aber vergebens. Häufig rief man ſeinen Namen durch die Nacht; keine Antwort erfolgte. Viele bedauerten ihn ſchon, daß er in den Flammen umgekommen, als ſich plötzlich ein grauſenerregender Anblick der im Schloßgarten verſam⸗ melten Menge darbot.

An einem von den Flammen noch unverſehrten Fenſter erſchien der Vermißte, mit beiden Armen ein Todtengerippe an ſeine Bruſt drückend.

Der Unglückliche in der fixen Idee, ſeine Tochter zu ſuchen, hatte mit ſeinem Hammer alle Thüren zer⸗ trümmert, die verſchloſſen waren; war unermüdlich von einem Saale zu dem andern geirrt, und endlich in das Laboratorium des ehemaligen Hausarztes Sebaldus ge⸗ kommen, wo in der einen Ecke das Scelett ſeiner Tochter aufbewahrt ſtand.

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