Teil eines Werkes 
Supplemente 2. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 2. Theil (1857)
Entstehung
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Nimmermehr, ſprach Veronika mit einer Entſchloſ⸗ ſenheit, daß der Doctor betreten einen Schritt zurücktrat; wenn die Großmutter im Schloſſe bleibt, bleiben wir auch. Es ſoll nicht heißen, daß wir die Hülfloſe in der Noth verlaſſen haben.

Der Doctor, der jetzt ſah, daß alle ſeine Worte zu nichts führten, und diè Mädchen zu einer Flucht nicht zu bewegen waren, verließ ſchnellen Schritts das Zimmer, und bald darauf traten ein paar Knechte herein, welche, ohne ein Wort zu verlieren, auf Veronika zu⸗ gingen, ſie an beiden Armen erfaßten, und, trotz allen Widerſtandes und Hülferufs, aus dem Zimmer über den Schloßhof nach dem Thore führten, wo ſich der Wagen befand, welchen der Doctor hatte vorfahren laſſen.

Man ſchaffte die halb Ohnmächtige in das Fuhr⸗ werk; der Doctor nahm an ihrer Seite, der eine Knecht auf dem Bocke Platz, der andere ſtellte ſich hinten auf, und ohne weitere Notiz von der andern Schweſter, die ſich noch im Schloſſe befand, zu nehmen, rollte der Wagen in ſchnellem Laufe durch das Thor, dem Walde zu.

Rafaele, als man die Schweſter gewaltſam entführte, war vor Schrecken bewußtlos zu Boden geſunken, und ſie vernahm nicht, wie das Gebrüll der Stürmenden und der rothe Fackelſchein immer näher kamen.

Mit Angſt und Schrecken gewahrten die wenigen Vertheidiger des Schloſſes, wie faſt das halbe Dorf den Schloßberg heraufſtürmte. Es war ein furchtbarer, grau⸗ ſenerregender Anblick. Blutrother Fackelſchein beleuchtete 3 die wilde Horde, die unter Rachegebrüll daherſtürmte. Der Schaar eine Strecke voran eilte der alte Hufſchmied Nicodemus; in der einen Hand eine Fackel ſchwingend, in der andern einen rieſenhaften Schmiedehammer. Un⸗ ter dem Geſange der Marſeillaiſe hatten ſich die Revo⸗ lutionärs, welche keine andern waren, als jene Studen⸗