Teil eines Werkes 
Supplemente 2. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 2. Theil (1857)
Entstehung
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her nicht wenig, als ſo völlig unerwartet und unange⸗ meldet der Doctor haſtigen Schritts ins Zimmer trat.

Machen Sie ſich augenblicklich reiſefertig, meine Damen, ſprach der Eingetretene, in halb gebietendem Tone,Sie müſſen binnen wenig Minuten das Schloß verlaſſen.

Sprachlos ſtarrten die beiden Schweſtern zu dem Sprecher auf; ſie hielten ſeine Rede für Scherz.

Es iſt mein voller Ernſt, fuhr der Doctor fort, ergriff Veronika's Hand und führte das Mädchen an ein Fenſter des Nebenzimmers, deſſen Ausſicht nach dem Schloßberge führte. Angſtvoll ſchaute Veronika hinaus; da ſtand die ganze Umgegend des Schloßberges in rother Gluth, und dumpfes Gebrüll ſcholl durch die Stille des Abends. Die Worte: Hoch lebe Graf Guido von Hohen⸗ ſtein! und: Tod dem Doctor Stephani! waren deutlich zu vernehmen.

Sie überzeugen ſich jetzt, ſprach der Doctor,daß hier keine Zeit zu verlieren iſt. Die Rebellen, nachdem ihre verbrecheriſchen Pläne in der Hauptſtadt nicht ge⸗ lungen ſind, ſuchen dieſelben auf dem Lande in Aus⸗ führung zu bringen. Das Schloß kann ſich bei der ge⸗ ringen Anzahl Vertheidiger keine Stunde halten; daher iſt ſchleunige Flucht das einzige Rettungsmittel. Ich habe bereits einen Wagen am Ausfallthor vorfahren

laſſen. Machen Sie ſich ſo ſchnell als möglich reiſe⸗

fertig, ich ſelbſt bringe Sie unverweilt nach der Reſi⸗ denz in Sicherheit.

Ein höheres Roth hatte Veronika's Wange geröthet, als der Name Guido von Hohenſtein durch die Nacht erklungen war. Ein inneres Gefühl ſagte dem Mäd⸗ chen, daß von daher, wo die blutrothen Fackeln leuch⸗ teten und ein wildes Geſchrei ertönte, ihr keine Gefahr drohe; wohl aber auf dem Wege, auf welchem ſie der