Teil eines Werkes 
Supplemente 2. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 2. Theil (1857)
Entstehung
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Sie war juſt von Ihrem Alter ſprach Nicode⸗ mus, indem er fortwährend Rafaelen anblickte.Es ſind fünfundzwanzig Jahre, daß ſie die Erdbeeren aufs Schloß trug. Sie ging mit Liebe hin, und Blut und Tod war ihr Lohn.

Wie ſprecht Ihr, guter Ricodemus, entgegnete Veronika ſanft verweiſend.

Gemordet hat man mein Kind, fuhr der Huf⸗ ſchmied fort, und ſeine Rede ward immer unheimlicher; aber ſeinen Leib hätte mir die gnädige Gräfin wenig⸗ ſtens laſſen ſollen, daß ich ihn chrißtlich beſtatten, und daß ich ein Grab hatte, wo ich beten konnte.

Rafaelen ward bei dieſen Worten immer ängſtlicher. Sie faßte die Hand Veronika's und wollte die Schweſter mit ſich fortziehen. Der Hufſchmied, welcher dies be⸗ merkte, vertrat aber den beiden Mädchen den Weg.

Glauben Sie an Gott? frug er in ſeltſamem Tone.

Veronika, der jetzt gleichfalls bange zu Muthe ward, erwiderte:

Wer ſollte an ihn nicht glauben, den gerechten Vater, der das Gute belohnt und das Ueble beſtraft?

Wird er darum, fuhr Nicodemus fragend fort, auch Rechenſchaft fordern wegen der Miſſethat, die man an meinem Kinde begangen hat?

Gewiß, mein Freund, erwiderte Veronika,wenn eine ſolche ſtattgefunden hat.

Aber noch ſteht das Schloß, ſprach Nicodemus, wo das Verbrechen verübt worden iſt, unverletzt auf ſeinem Felſen, und fünfundzwanzig Jahre find dahin gegangen.

Ich verſtehe Eure Rede nicht, ſprach Veronika.

Nun, fuhr der Hufſchmied geheimnißvoll fort, muß es nicht in Flammen aufgehen, wie ich prophezeiht habe ſeit langen Jahren 2*