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wunderſchöne Pfirſichen lagen. Mit einer etwas unge⸗ lenkten Verbeugung und einem gutmüthigen Lächeln überreichte er die ſchönen Früchte.
„Es ſind die einzigen,“ ſprach er,„die der Baum heuer getragen, aber ſie ſind gut und ſaftig.“
„Guter Nicodemus,“ erwiderte in herzlichem Tone Veronika,„wie mögt Ihr Euch der ſchönen Früchte be⸗ rauben? Wir ſollten das Geſchenk gar nicht annehmen.“
„Nicht mich kränken wollen,“ ſprach der Hufſchmied in traurig bittendem Tone.
„Nun ſo danken wir ſchönſtens,“ erwiederte Vero⸗ nika, indem ſie das Körbchen, welches ihr der Huf⸗ ſchmied hinhielt, leerte.„Wir bleiben Eure Schuld⸗ nerinnen.“ Mit dieſen Worten brach ſie eine der Pfir⸗ ſichen auf und reichte die Hälfte der Schweſter.
„Das iſt ja eine ganz vorzügliche Art,“ fuhr Ve⸗ ronika fort,„die in dem Schloßgarten wachſen, find lange nicht ſo gut.“ Auch Rafaele beſtätigte dies, und blickte jetzt unbefangen und freundlich mit ihrem blauen Auge zu dem alten Manne auf.
Dieſer ſchien von dem Anblick der jüngern Schweſter wie bezaubert, er ſtand lange, und ſchaute voll unend⸗ licher Wehmuth nach dem ſchönen Kinde. Plötzlich brachen ihm die hellen Thränen hervor, und er frug mit einem Tone, welcher den beiden Mädchen durch die Seele ging:
„Sie kommen vom Schloſſe; haben Sie meine Margaretha nicht geſehen.“
Rafaele erſchrak aufs heftigſte; aber Veronika, welche ſich erinnerte, daß dieſe Frage bei dem Hufſchmied zur fixen Idee geworden, antwortete mit Milde:
„Getröſtet Euch, guter alter Mann; nichts hienieden geſchieht ohne den Willen Gottes, in welchen wir uns ja Alle fügen müſſen.“


