Teil eines Werkes 
Supplemente 2. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 2. Theil (1857)
Entstehung
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des wirklich alle Hoffnung zur gegenwärtigen Revolu⸗ tionirung Deutſchlands vernichtet worden ſei.

Georg, dem er ſeine Abſicht mittheilte, auf der Flucht die Univerſitätsſtadt zu berühren, billigte dieſelbe von ganzem Herzen; bereits nach zwölfſtündiger Fahrt lang⸗ ten die Beiden wohlbehalten an dem Orte ihrer nächſten Beſtimmung an, und bald befand ſich Guido im Kreiſe junger gleichgeſinnter Freunde.

Die Nachricht von dem verunglückten Inſurrections⸗ Verſuche hatte durchaus nicht entmuthigend auf die jun⸗ gen exaltirten Leute gewirkt; im Gegentheil faßte man Pläne, von neuem eine Revolution vorzubereiten.

Guido, durch die entflammenden Reden, welche in der Verſammlung gehalten wurden, hatte die Flucht, Hamburg, England und alle die Verſprechungen ver— geſſen, die er dem Ottokar gegeben hatte.

„Brüder!“ rief er, in höchſter Exaltation auf einen Tiſch ſpringend,„ich habe einen großen Gedanken! Nicht in Mitten der ſelbſtſüchtigen, engherzigen, phi⸗ liſterhaften Stadtbewohner wollen wir das Banner der Freiheit aufſtecken; die Erfahrung hat gelehrt, daß mit dieſem hinter feuchten Mauern vermoderten Sumpfge⸗ züchte nichts auszurichten iſt; ſie ſind nicht werth, daß über ihren Zinnen die Sonne der neuen Zeit herauf⸗ bricht,— Nein, an die einfachen, unverdorbenen Land⸗ bewohner, die ihr kümmerliches Brod, das ihnen von den gnädigen Herrſchaften noch gegönnt wird, im Schweiße ihres Angeſichts eſſen; die noch nicht berührt ſind von dem Gifte des höheren geſelligen Lebens; an ſie wollen wir appelliren, ſie wollen wir auffordern, für ihre urheiligen Rechte das Schwert zu ergreifen, und an ihre Spitze wollen wir uns ſtellen, ſie gegen die Ty⸗ rannen führen und entweder ſiegen oder für des Vater⸗ landes Freiheit ruhmvoll fallen.“