Teil eines Werkes 
Supplemente 2. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 2. Theil (1857)
Entstehung
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dieſem Grabe führt der Weg unſtreitig in jene Welt. Man muß mich für einen Hauptverbrecher halten, denn für und wider nichts ſperrt man nicht ein menſchliches Weſen in ſolch ein Teufelsloch.“

„So hab' ich alſo,“ fuhr er nach einer Pauſe kläg⸗ lich fort,„meine Rolle auf Erden ausgeſpielt: in der Blüthe meiner Jahre muß ich ein unſchuldiges Opfer der Despotie fallen. Hatte noch ſo viel vor auf dieſer ſchönen Welt, jetzt iſt Alles aus.“

Seine aufgeregte Phantaſie malte ihm ſeinen ohne⸗ hin ſchauerlichen Aufenthalt noch grauſenhafter. Er ſah und hörte in allen Winkeln ſeines Gefängniſſes Schlan⸗ gen und andres Ungeziefer; und wagte daher nicht, ſich auf das dürftige Strohlager auszuſtrecken, welches den Boden des unheimlichen Kerkers bedeckte. Sein mora⸗ liſcher Muth war durch ſolche grauſame Behandlung dermaßen gebeugt, daß ihn ſelbſt ſeine gute Laune, die er ſich ſonſt in den kritiſchſten Augenblicken zu bewahren wußte, verlaſſen hatte.

Fortwährend ſtand das ſchwarzbehangene Blutgerüſt vor ihm, oder der gelbe Sandhügel, auf welchem er nie⸗ der knien ſollte, um die tödtliche Salve zu erhalten. Er erblickte neben ſich ein offenes Grab und ſah ſich ſelbſt erſchießen und begraben.

Nachdem er lange genug an den dunkeln Wänden umher getaſtet und ſich über die innere Einrichtung ſei⸗ nes neuen Aufenthaltsorts, trotz der Finſterniß, hin⸗ länglich orientirt hatte, ward ihm das Stehen allmälig doch zu beſchwerlich, und er ſetzte ſich auf das dürftige Strohlager, doch vorſichtig in der Finſterniß umher greifend, ob nicht etwa bereits eine Waſſerratte oder ein Molch Platz genommen hätte.

„Mein böſer Genius hat mich in dieſe Stadt ge⸗ führt,“ ſeufzte Severin, ſich mit Mühe auf dem unbe⸗