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fen, Straßen und Märkte entpflaſtert, einzelne Polizei⸗ beamte gemißhandelt, die Behörden verhöhnt und der einſchreitenden Militärmacht oft kecker Widerſtand ent⸗ gegen geſtellt worden. Hier und da hatten ſelbſt an⸗ geſehene Bürger gemeinſchaftliche Sache mit dem Volke
gemacht. Nach Verleſung ſolcher un er Berichte kam man auch auf die tumultuariß rfälle in der un⸗
fern gelegenen Reſidenz. Die übtriebenſten Gerüchte waren im Umlauf. Der Fürſt, hieß es, ſei auf der Flucht, das Schloß geſtürmt, das Rathhaus verbrannt; doch ſei durch das energiſche, ja tyranniſche Einſchrei⸗ ten des Grafen Günther von Hohenſtein, der das Mi⸗ litaircommando überkommen, die Ruhe wieder hergeſtellt worden. Er habe ſogleich die Stadt in Belagerungs⸗ zuſtand erklären und mehrere der gefangenen Tumul⸗ tuanten auf der Stelle erſchießen laſſen.
Ein allgemeiner Schrei der Entrüſtung entfuhr bei dieſer Nachricht der Verſammlung. Man beſchloß ſo⸗ gleich den Namen des Grafen Günther von Hohenſtein auf die Proſeriptionsliſte, worauf bereits eine bedeu⸗ tende Anzahl hochgeſtellter Perſonen verzeichnet ſtand, zu ſetzen und dieſen volksfeindlichen Ariſtocraten der allgemeinen Rache Preis zu geben.
Wieder erhob ſich Brandenburg.
„Brüder,“ rief er,„dieſer Sieg der Soldateska über das Volk iſt für alle Freiheitsfreunde ein tief be⸗ trübendes Ereigniß. Die Wirkungen davon ſind unbe⸗ rechenbar. Nichts iſt gewiſſer, als daß die Volks⸗ und Vaterlandsfeinde den größtmöglichſten Nutzen ziehen werden. Sie haben jetzt gelernt, wie einem Volks⸗ aufſtande beizukommen, und ſtatt ihres zeitherigen Nachgebens, das viele Verblendete für Milde hielten, das aber weiter nichts war als Furcht, werden ſie die


