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der ſchmale, bloß durch ein paar Balken gebildete Steg über das Schwarzwaſſer, ſo hieß der Gebirgsbach, war durch einen flammenden Kienkorb erleuchtet.
Hier und da erhob ſich, durch den ungewohnten Feuerglanz aus ſeiner Ruhe aufgeſchreckt, ein Raub⸗ vogel aus ſeinem Felſenneſte, und flog, nachdem er in der Höhe einigemal ſcheu die Flamme umkreiſt, dunklern Gründen zu. Ununterbrochen heulte der Sturm in ſeltſamen Tönen durch die enge Schlucht und trieb die rothen kniſternden Funken hoch bis zu den Kuppen der Felſen.
Beleuchtung der wilden Felsparthie theils durch die Lichter der Mühle, theils durch den flammenden Kienkorb gewährte ein wild romantiſches Bild. Man glaubte ſich in jene Zeiten verſetzt, wo wüſte Raub⸗ geſellen vorzugsweiſe ſolche unheimliche und unzugäng⸗ liche Schluchten zu ihrem Aufenthalte wählten. Wie⸗ derholt ſah man dunkle Männergeſtalten, tief in Mäntel gehüllt über den erleuchteten Steg des Schwarzwaſſers ſchreiten und in dem Hofe der Mühle verſchwinden. Dumpfes Hundegebell verkündete jedes Mal die Ankunft der unheimlichen Geſtalten.
Die Mitternachtſtunde konnte nicht mehr fern ſein. Noch immer ſang der Sturm ſein eintönig Lied in den Felſen und der Regen rauſchte ohne Unterlaß, als ſich ein Fenſterchen im Dache der Mühle aufthat und das mit einer weißen Schlafmütze bedeckte Haupt des Müllers zum Vorſchein kam.
„Tobias!“ rief eine Stimme, die allem Vermuthen nach dem Müller angehörte,„löſche den Korb; es iſt Alles herein.“
Kaum waren dieſe Worte geſprochen, als auch die Leuchte erloſch und mit ihr ſämmtliche Lichter in den Fenſtern der Mühle, Auch das Hundegebell war gänz⸗
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