Teil eines Werkes 
Supplemente 2. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 2. Theil (1857)
Entstehung
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würdiges Exempel zu ſtatuiren, bedarf's auch eines ge⸗

ſetzlich erwieſenen verbrecheriſchen Falles.

Apropos, fuhr der Graf nach einer Pauſe fort, von meinem Sohne Ottokar keine Nachricht?

Der letzte Brief des jungen Herrn Grafen, ant⸗ wortete Stephani,iſt noch Ende Auguſt von Paris aus datirt. Er ſchreibt darin, daß es ihm endlich ge⸗ lungen, den Grafen Guido für den Ausflug nach Schott⸗ land zu gewinnen, und daß in wenigen Tagen die Abreiſe bevorſtehe. Unbeſtritten haben in dieſem Au⸗ genblicke die beiden gnädigen Herren den Canal über⸗ ſchritten.

Der Guido, ſprach der Graf mit düſterm Sinne,

ſteht wie ein Unglücksſtern an meinem Himmel.

Gott, Gott! rief er nach einer Weile, ſich vor die Stirn ſchlagend,iſt's denn möglich, daß ein Kind ſo entarten, ſo das Blut ſeiner Aeltern verläugnen kann. Wodurch habe ich dieſe Strafe des Himmels verdient?

Der Doctor tröſtete. Er ſchob die revolutivnäre Verirrung Guido's auf die neuen verbrecheriſchen Theo⸗ rieen, die jetzt aller Orten gepredigt würden und leicht geeignet wären, junge empfängliche Gemüther zu ent⸗ zünden. Nichts lege ſich leichter, als dergleichen poli⸗ tiſche Exaltation. Daher ſei auch von Guido zu hof⸗ fen, daß er zu den conſervativen Principien zurückkeh⸗ ren werde, ſobald er die Einſeitigkeit der republikaniſchen Lehren einigermaßen erkannt habe.

Das gebe der Himmel, ſeufzte der Graf;nur habe ich bei dem jetzigen liberalen Schwindel, der ſo viele Köpfe verdreht, wenig Hoffnung. Uebrigens ſchätze ich es noch für ein Glück, Ihren Rath befolgt und meinen Söhnen die Heimkehr in's Vaterland vor der Hand abgerathen zu haben. Doch die Pflicht

Stolle, Schriften, Supplem. II. 2