Teil eines Werkes 
Supplemente 2. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 2. Theil (1857)
Entstehung
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ſich geſtalten, wie ſie wollen. Man ſoll von uns nicht ſagen, daß wir uns haben von den Bauern Etwas abtrotzen laſſen. Verſchärfen Sie Ihr Regiment, ſobald ſich die geringſte Widerſetzlichkeit von Seiten unſrer Untergebenen kund giebt. Ich finde das Miſore der Gegenwart allein darin begründet, daß man das Prin⸗ cip des energiſchen Widerſtandes aus den Augen ver⸗ loren hat. Die Regierungen haben ſich einſchüchtern laſſen. Das iſt ein großes Unglück. Sobald man dem Pöbel einen Fingerbreit nachgiebt, verlangt er erſt die Hand, dann den Arm, zuletzt den Kopf.

Der Doctor Stephani gelobte hoch und theuer, ganz in dieſem Sinne während der Abweſenheit des Grafen das Regiment,zu führen.

Mir wäre es ſogar nicht unlieb, fuhr Graf Günther von Hohenſtein fort,wenn ſich ſo ein Lüm⸗ mel, von dem revolutionären Schwindel angeſteckt, Et⸗ was herausnähme; ich wollte beim Himmel ein Exempel ſtatuiren, daß dem Bauernvolke für alle Ewigkeit die Luſt zur Rebellion vergehen ſollte.

Da man indeß nicht wiſſen kann, ſtellte der Doctor vor,wie weit ſich manchmal die Leidenſchaften verirren, namentlich in der gegenwärtigen aufgeregten Zeit, ſo wäre ich doch dafür, daß die Dienerſchaft des Schloſſes für den Nothfall bewaffnet würde.

Auf keinen Fall, entſchied ſchnell der Graf,das würde von unſrer Seite Furcht verrathen und ſolche, ſelbſt wenn ſie durch Gefahr begründet wäre, dürfen wir nie auch nur ahnen laſſen. Zeigen ſich bedenkliche Symptome, die Reſidenz iſt nicht fern; ich bin bald davon in Kenntniß geſetzt und werde Rath ſchaffen. Doch wünſchte ich nicht eher requirirt zu werden, bis offenbare Widerſetzlichkeit ſtat zfunden. Um ein denk⸗