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ſollte, hielt bereits vor dem Hauptportale. Letzterer ſelbſt ſtand an einem der Fenſter, die nach dem Schloß⸗ hofe herausgingen, und winkte die beiden Mädchen zu ſich herauf.
Als ſie in das Gemach traten, worin ſich Graf Günther befand, erblickten ſie dieſen in voller Reiſe⸗ kleidung. Er ging mit dem Doctor Stephani im Ge⸗ ſpräch auf und ab.
„Ich werde auf kurze Zeit verreiſen,“ ſprach er zu Veronika und Rafaelen gewendet.„Während meiner Abweſenheit wird der Herr Doctor meine Stelle ver⸗ treten. Seinen Anordnungen iſt dieſelbe Folge zu leiſten, als wenn ſie von mir ausgingen. Laßt Euch durch die Gerüchte über die in der Reſidenz vorgefalle⸗ nen Unordnungen nicht unnöthiger Weiſe in Schrecken ſetzen. In wenig Tagen iſt die Ruhe wieder her⸗ geſtellt.“
Rafaele konnte es nicht über's Herz bringen, ihre Beſorgniß auszuſprechen, daß auch unter den Bewoh⸗ nern des Dorfes Hohenſtein Unruhen ausbrechen möchten.
Der Graf lächelte.
„Für dieſen Fall,“ ſprach er,„ſelbſt wenn er denk⸗ bar wäre, ſind der Schutzmittel in Menge vorhanden. Sei deshalb außer Sorge.“
Die Schweſtern nahmen Abſchied von ihrem geſtren⸗ gen Onele, der jetzt mit Einemmale wieder ein mächtig gebietender Mann im Fürſtenthume geworden war, und entfernten ſich mit ſchwerem Herzen.
Als Graf Günther mit dem Doctor allein war, gab er dieſem noch einige Rathſchläge, wie er ſich während der Abweſenheit des Schloßherrn zu verhal⸗ ten habe.
„Laſſen Sie,“ ſprach er,„unter keiner Bedingung in Ihrer ſtrengen Diseciplin nach; die Ereigniſſe mögen


