Teil eines Werkes 
Supplemente 2. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 2. Theil (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

13

doch da kommt Benedict eilenden Schrittes den Gang daher. Er muß wichtige Nachrichten haben.

Rafaele ging neugierig dem Gärtner ein paar Schritte entgegen. Dieſer langte athemlos an. Auf ſeinem Geſicht war Schreck und Angſt zu leſen.

Wie ich prophezeiht, begann er,in der Stadt geht Alles darunter und darüber. Es ſind an die zwanzig Laternen zerſchlagen worden. Man hat Feuer an das Rathhaus gemacht; aber es iſt nicht fortge⸗ brannt. Fortwährend ziehen ganze Trupps von Rebel⸗ len die Straßen auf und ab, laſſen den Lafayette und die Pariſer hoch leben und ſtoßen die größten Ver⸗ wünſchungen gegen eine hohe Obrigkeit und einen höchſten Adel und eine allerhöchſte durchlauchtigſte Familie aus. Kein Polizeiſoldat läßt ſich blicken. Er wäre ein Kind des Todes. Viele der hochweiſen Magiſtratshäupter ſind ganz unſichtbar geworden. Die Stadtpfeifer haben auf offnem Markte den Marſeillermarſch ſpielen müſſen, jenen rebelliſchen Singſang, der den Leuten das Blut in die Köpfe treibt. Alle Abgaben werden abgeſchafft. Man ſpricht von Penſionirung Seiner Durchlaucht. Das will ſich dieſelbe natürlich nicht gefallen laſſen und hat deshalb eine Staffette an den gnädigen Herrn Gra⸗ fen geſchickt, damit er für die böſe Zeit das Commando der Armee noch einmal übernehme. Seine Durchlaucht weiß, daß Graf Günther mit Rebellen kein Federleſen macht. Er ſoll ſich an die Spitze der Truppen ſtellen und die Lafayettiſten zu Paaren treiben Ich bin in großer Sorge, inwieweit mein Schwiegerſohn, der Schni⸗ der, bei dem Tumult betheiligt iſt. Er iſt ein ſanfter Mann, aber in Revolutionen furchtbar. Wenn der mit unſerm gnädigen Herrn zuſammentrifft, wird die Sache ſchlimm. Der Herr Graf iſt hitzig, mein Schwieger⸗