Teil eines Werkes 
Supplemente 2. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 2. Theil (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

10

allee verſchwand, die unmittelbar nach dem Schloſſe führte. 3

Der bringt ſicherlich keine erfreuliche Botſchaft, ſprach Benediet,ſonſt ginge das nicht ſo ſchnell. Der Himmel mag wiſſen, wie es in der Reſidenz ausſieht. Ich empfehle mich den gnädigen Fräuleins; ich will ſehen, ob Freude oder Trauer in das Schloß eingekehrt iſt; ich fürchte das Letztere.

Mit dieſen Worten eilte er, von Neugier getrieben, geflügelten Schrittes den Gartengang entlang, dem Schloßhofe zu.

Du glaubſt nicht, ſprach Rafaele, als die beiden Mädchen allein waren,wie bang mir iſt. Benedict hat recht, auch mir iſt der Oncle in letzter Zeit ſichtbar verſtimmt vorgekommen.

Das iſs wohl kein Wunder, erwiderte Veronika; Du weißt, wie ſehr ihm ſolche Volksaufſtände ver⸗ haßt ſind und dergleichen haben ſeit der Pariſer Re⸗ volution faſt nicht aufgehört. Der Himmel gebe nur, daß bei uns Alles ruhig bleibt; ich glaube, wenn unſere Landleute Tumult anfingen, der Onele wäre im Stande, Kanonen kommen und die Unglücklichen niederſchießen zu laſſen; und welches Strafgericht würde Stephani über die Beſiegten ergehen laſſen!

Erinnere mich nicht an dieſen, bat die Schweſter,ich hätte mir nie träumen laſſen, daß es möglich wäre, einen Menſchen verachten, ja verabſcheuen zu können, und an ihm habe ich die Erfahrung machen müſſen.

Mir ſcheint es auch, fuhr Veronika nach einer Pauſe ſtockend fort,daß er uns mit den Berichten über Ottokar und Guido hintergeht. Er erzählt zu viel Gutes von Beiden, welches Lob mir aus Stephani's