Teil eines Werkes 
Supplemente 2. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 2. Theil (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

9

*

nicht unbekannt iſt, keine Vorſichtsmaßregeln ergreift,

und zur Erhaltung der Ruhe eine Anzahl Soldaten in die Umgegend verlegen läßt. Er ſteht bei dem Fürſten in ſo hoher Gunſt, daß ihm dieſer gewiß allen möglichen Schutz angedeihen laſſen würde.

Ich glaube, der Oncle weiß gar nicht, ſprach Rafaele,wie ſchlimm die Sachen ſtehen. Er kann ſich nicht denken, daß ſeine friedlichen Unterthanen, bei denen er ſtets nur unbedingten Gehorſam wahrnahm, ſich's in den Sinn kommen laſſen könnten, gegen ihn aufzuſtehen. Wir ſollten ihn doch warnen.

Er muß gleichwohl ſehr üble Nachrichten bekom⸗ men haben, meinte Benedict;er iſt ſeit einiger Zeit ſehr niedergeſchlagen und düſter.

Der gute Oncle, klagte Rafaele,wenn er nur nicht ſo zurückhultend gegen uns wäre und uns ſeinen Kummer entdeckte; wie wollten wir Alles aufbieten, die Wolken von ſeiner Stirn zu verſcheuchen.

Daß Ottokar und Guido nicht heimgekehrt, gab Benediet zu bedenken,mag ihm auch im Kopfe herum⸗ gehen.

Wohl kaum, erwiderte Rafaele,die Coufſins

haben gewiß nicht ohne ſeine Einwilligung die Reiſe.

nach Schottland angetreten.

Das Mädchen hatte dieſe Worte kaum geſprochen, als Benedict mit Einmmale ein paar Schritte den Gang entlang eilte und nach der Landſtraße ſchaute, die man von da eine lange Strecke überſehen konnte.

Alle Wetter! rief er,was bedeutet das; da kommt im ſchnellſten Trabe eine Staffette die Straße daher, die ſo eben den Weg nach dem Schloſſe ein⸗ biegt.

Neugierig kamen die Mädchen herbei und konnten noch gewahren, wie der reitende Bote in der Kaſtanien⸗

5