verſchaffen, da wär' es wahrlich kein Wunder, wenn auch unſere Bauerſchaft einmal wetterwendiſch würde; und Grund dazu hätte ſie bei dem allzuſtrengen Regi⸗ mente des Doctors gewiß.“
„Der Himmel möge uns gnädigſt davor bewahren,“ ſprach Rafaele mit gefalteten Händen;„ich wüßte nicht was ich beginnen ſollte.“
„Sobald der Tanz losgeht,“ beruhigte Benediet, „ſchaff' ich Sie und Fräulein Veronika zu meiner Muhme in's Gebirg. Da ſoll Ihnen Niemand Etwas anhaben und Sie ſind geborgen, bis die Wuth der Rebeller ſich gelegt hat.“
„Aber der Onele, unſer Onele,“ frug Rafaele ängſt⸗ lich,„was ſoll aus ihm werden?“
„Er kann auch mit in's Gebirg fliehen,“ tröſtete
der Helfer in der Noth.
„Der Graf Günther,“ ſprach Veronika,„wird nie vor ſeinen eigenen Untergebenen zurückweichen; eher läßt er es auf's Aeußerſte kommen.“
„Und die Großmutter?“ fiel Rafaele erſchrocken ein, „an die haben wir gar nicht gedacht.“
„Ja,“ verſetzte Benedict,„was aus der werden ſoll, weiß ich auch nicht. Unfehlbar rührt ſie vor Ent— ſetzen der Schlag, ſobald ſie in Erfahrung gebracht, daß gemeine Bauern in's Schloß gedrungen ſind.“
„Und Stephani,“ fuhr Rafaele zagend fort,„der Urheber unſeres Unglücks?“
„Nun, der iſt der Erſte, welcher fällt,“ ſprach Be⸗ nedict,„der kann von Glück ſagen, wenn er blos ge⸗ hangen und nicht geviertheilt oder in kochendem Oel geſotten wird. Georg ſoll ihm auch ohne Revolution den Tod geſchworen haben.“
„Mich wundert nur,“ meinte Veronika,„daß der Oncle bei der bedenklichen Stimmung, die ihm gewiß
„


