Teil eines Werkes 
Supplemente 2. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 2. Theil (1857)
Entstehung
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Da ſind ja aber auch Veroni und ich Ariſtokra⸗ ten, rief Rafaele.

Ariſtokratinnen, verbeſſerte der Gärtner, allerdings.

Aber wir können doch nicht für unſere Geburt, fuhr Rafaele fort;Niemand kann das. Auch hat unſer frommer guter Lehrer uns täglich ermahnt, nie auf unſre Geburt ſtolz zu ſein. Dies thun wir denn auch nicht. Weshalb wollte man uns für Etwas feind⸗ ſelig behandeln, wofür wir im geringſten nichts können? und Ottokar iſt eben ſo geſinnt wie wir.

Das iſt in Revolutionen eben ſchlimm, gab Be⸗ nedict zur Antwort,daß da der Unſchuldige mit dem Schuldigen leiden muß. Die gnädigen Herrſchaften haben zu geſtrenges Regiment geführt; ich ſagt's immer, es kommt nichts Gutes heraus; nun haben wir die Rebellion, da geht's darunter und darüber und wer vom Adel iſt muß büßen.

Veronika erkundigte ſich jetzt nach der unglücklichen Chriſtine, welche von dem Gerichtsdirector Doctor Stephani wegen eines leichten Vergehens ſo grauſäm gezüchtigt worden war.

Es will mir das Herz zerſprengen, antwortete Benedict,wenn ich an das arme Ding denke; drei Tage und drei Nächte hat die Dirne bei Waſſer und Brod in dem verwünſchten Stalle verbringen müſſen; ja ſie ſoll ſelbſt von dem barbariſchen Frohn gegeißelt worden ſein; Alles auf ausdrücklichen Befehl des Herrn Doctors. Man hat die Kleine laut jammern und um Hülfe rufen hören; die Bauern haben laut ge⸗ murrt und den Doctor verwünſcht; und wäre das Mädchen nicht wieder frei gegeben worden, wäre die Rebellion bei uns eher losgebrochen als in der Reſidenz.