Teil eines Werkes 
Supplemente 2. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 2. Theil (1857)
Entstehung
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gnädige Herr Graf ebenfalls, paſſiren für Volksfeinde und haben in Revolutionen ſchweren Stand.

Ich mein' es ja mit allen Menſchen gut, ver⸗ theidigte ſich Rafaele,und hier Veroni thut gewiß Niemandem etwas zu Leide, und auch die Großmutter und der Oncle iſt gut, nur etwas zu ſtreng.

Das iſt's eben, erklärte Benedict,was die Sache gefährlich macht; unter unſern Bauern iſt's nicht richtig, ich hab' das lange weg, ſtecken voller liberaler Ideen, die ſie vom Markte nach Hauſe brin⸗ gen; hab' ſonderbare Worte vernehmen müſſen. Der Fabian, der Weber, lieſt ſogar die Zeitungen, darin wimmelt's von Revolution, das verdreht ihnen die Köpfe, und ſeit der Herr Doctor das hübſche Chriſtin⸗ chen, das doch in der Welt nichts verbrochen, in den Zwangſtall hat ſperren laſſen, kocht's vollends unter den Deckeln.

Das Ungeheuer, ſprach ſchaudernd Veronika, aber der Himmel wird ſolchen Frevel nicht ungeſtraft laſſen.

Das iſt gewiß, fuhr der redſelige Benediet fort, der Doctor iſt geliefert, ſobald es die Schneider in der Reſidenz durchſetzen; die Bauern ſind eine Wuth, und der alte Nicodemus ſitzt alle Abende wie angewur⸗ zelt unter ſeiner Linde und ſchaut zähnefletſchend nach dem Schloſſe. Der hat überdies eine ſpecielle Malice auf die gnädige Frau Gräfin. Kurz, die Sache wird ſchlimm, ſobald es die Schneider durchſetzen. Mein Schwiegerſohn, ein ſanfter Mann, kennt ſich in Revo⸗ lutionszeiten nicht. Das weiß ich. Sind einmal die Schneidermamſells kalt, haben die Schneider Blut ge⸗ ſehen dann geht's fort, Mord und Tod bis zu Seiner Durchlaucht, ja bis zu Seiner Durchlauchtigſten Durchlaucht.

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