Teil eines Werkes 
Supplemente 2. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 2. Theil (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

wer denn komme? Das wußte man ſo eigentlich nicht. Unfehlbar waren es die Rebellen, die Revolutionärs, die Pariſer, welche im Sturme anrückten. Ich mochte die Ankunft ſolcher deſperaten Leute nicht abwarten, ſprang nach dem rothen Ochſen, wo mein Wäglein hielt und fuhr über Hals und Kopf nach dem Hohen⸗ ſtein zurück.

Aber was wollen denn dieſe Rebellen? frug Ra⸗ faele zitternd.

Nun, was anders als Rebellion, belehrte Bene⸗ dict,Republik, Abſchaffung der Mahlſteuer; die Tiſch⸗ ler wollen alle Commoden zertrümmern, die nicht inner⸗ halb der Stadtmauer gefertigt ſind, die Fleiſcher höhere Taxe, die Bäcker leichter Gewicht, die Lohnkutſcher Exilirung aller Luxuspferde u. ſ. w. Am ſchlimmſten freilich treiben's die Schneider mein Schwiegerſohn iſt einer ſie haben geſchworen, alle Schneiderin⸗ nen zu erdroſſeln; nämlich nicht ihre Weiber, da würden ſie den Kürzern ziehen, ſondern alle Frauen⸗ zimmer, die gleichfalls für Geld Kleider machen. Mein Schwiegerſohn, außer Revolutionszeiten ein ſanfter Mann, ſchlug ſo derb auf den Tiſch, daß ich erſchrak, und ſchrie in Einem fort: das müſſe anders werden. Auf den hochweiſen Stadtrath, deſſen Weisheit ehedem Niemand zu bezweifeln wagte, raiſonnirt man jetzt laut und ungenirt auf allen Bierſtätten und Kreuz⸗ wegen. Ich möchte nicht Bürgermeiſter ſein.

Mein Gott, ſprach Rafaele,ſie werden doch nicht heraus zu uns kommen?

Der Gärtner zuckte die Achſeln und machte ein höchſt bedenkliches Geſicht.

Man kann nicht wiſſen, ſprach er;Sie gehören

mit zu den Ariſtokraten, die gnädige Gräfin und der