Teil eines Werkes 
Supplemente 2. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 2. Theil (1857)
Entstehung
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Erſtes Rapitel.

fruchtbelaſteten Aeſte im Garten zu Hohenſtein neigten ſich tiefer; hier und da blühte eine einſame Aſter und ſeit Wochen ſchon ſtrich der Abendwind über die weiten Stoppelfelder, als Veronika und Rafaele am ſpäten Nachmittag auf der Terraſſe ſaßen und mit ängſtlicher Neugier den ſeltſamen Nachrichten zuhörten, die der Gärtner Benedict aus der Stadt mitgebracht hatte.

's geht los, gnädige Fräuleins, fuhr der beredte Berichterſtatter fort;ich gebe Ihnen das Wort. Drinnen iſt Alles auf den Beinen. Alle Welt ſteht an den Straßenecken und ſteckt die Köpfe empor; da iſt's angeſchlagen, ſchwarz auf weiß, mit großen Buchſtaben, wie wacklig die Sachen ſtehen. Der brave Bürger ſoll ſchon um neun Uhr ſein Haus ſchließen, ſich auf's Ohr legen und um die böſe Welt außerhalb nicht be⸗ kümmern. Alſo iſt der Wunſch unſrer gnädigen Durch⸗ laucht. Gott mag wiſſen, wie es in dieſem Augen⸗ blicke konterbunt hergeht. Als ich ein Wenig vor dem Lindenthore promenirte, um mir die ſchönen neuen An⸗ lagen zu beſehen, kam mit Einemmale ein gewaltiger Haufe Leute im vollen Laufe die Straße daher. Alle Welt ſchrie: ſie kommen, ſie kommen! Ich machte ſo⸗ gleich auch mit Rechtsumkehrt und frug im Laufen:

Stolle, Schriften. Supplem. I. 1