Sind die Dinge einmal für die Revolurion reif, dann heißt es losſchlagen, je eher je lieber.“
Das Eintreten Arthur's machte dieſem Geſpräche ein Ende. Er brachte die Nachricht, daß Frau von Montfort plötzlich Paris verlaſſen, ohne daß man wüßte, wohin ſie ſich gewendet habe.
„Ich wünſchte,“ ſprach Severin,„dieſes Weib wäre nach dem herrlichen Lande unterwegs, worin der Pfeffer wächſt, dahin paßt ſie. Ich werde an dieſe Satanin gedenken. Wahrſcheinlich hat ſie erkannt, daß ihre Intriguen an den Tag gekommen und ſich kluger⸗ weiſe aus dem Staube gemacht. Es wäre auch nicht gut geworden, wenn ſie geblieben wäre. Unmittelbar nach meiner Rückkehr aus Schottland würde ich mit dieſer Dame doch einige Worte im Ernſt geſprochen haben, daß ſie mir den Guido auf den Hals gehetzt.“
Severin kam hier wieder auf die ſchottiſche Reiſe.
„Jemehr ich über die romantiſche Partie nachdenke, deſto mehr gefällt ſie mir In der That, es muß etwas Erquickliches ſein, in der jetzigen heißen Jahres⸗ zeit, wo auch die Tage hübſch lang ſind, in jenen ne⸗ belhaften hochbeſungenen Gebirgsregionen umherzuklet⸗ tern, entfernt vom wüſten Lärm des Tages, dem Ge⸗ ſchrei der Parteien, der dürren Politik, in heiliger Ein⸗ ſamkeit, wo der Raubgeier über den Felſen kreiſt und aus fernen Thälern das friedliche Alphorn der Hirten herauftönt.“
„Sind wir aber einmal in Schottland,“ fuhr er fort,„dann iſt es nur ein Katzenſprung nach den grü⸗ nen Bergen Eri's, dem freiheitdürſtenden Irland, wo Freund Oconell nebſt Familie wohnt. Den beſuchen wir auch. Herr Hauptmann, es iſt Jammerſchade, daß Sie die Reiſe nicht mit machen. Entſchließen Sie ſich noch; ich wette, die Reiſe wird Sie nicht gereuen.“


